Zum Inhalt springen

BLKÖ:Bertoli, Johann Dominicus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Bertoni, Ferdinand
Band: 1 (1856), ab Seite: 338. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Johann Dominicus Bertoli in Wikidata
GND-Eintrag: 100037119, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Bertoli, Johann Dominicus|1|338|}}

Bertoli, Johann Dominicus (Alterthumsforscher, geb. zu Mereto im Friaulischen 13. März 1676, gest. [nach Gir. Dandolo] zu Udine 1764). Erzogen zu Venedig in den Seminarien von Castello und Murano, widmete er sich dem geistlichen Stande. Ein längerer Aufenthalt in Aquileja überzeugte ihn, daß die Bewohner Aquileja’s lediglich aus antiken Bauresten ihre Häuser herstellten. Diesem Vandalismus steuerte er nun dadurch, daß er die zerstreuten und unbeachteten alten Steine sorgfältig aufsuchte, in Verbindung mit mehreren Gelehrten und Archäologen kaufte und in seinem Hause aufstellte. Aus den weniger werthvollen erbaute er einen Porticus, der bald die Bewunderung der Aquilejer selbst erregte. Die Ruinen der Stadt und Provinz ließ er aber zeichnen und abbilden. Da er überdies sich mit dem Gegenstande ganz vertraut gemacht, ging er, von Muratori, Fontanini, Zeno u. Maffei angeregt, an eine Beschreibung derselben und so entstand sein Werk: „Antichità di Aquileja profane e sacre“ (Venedig 1739). Durch seinen Bruder, Daniel Antonio, der damals am Hofe Karls VI. in Wien als berühmter Maler und Lehrer der kais. Familie lebte (s. d. folg.), gelang es ihm, dieses Werk dem Monarchen zu dediciren; doch nur der erste Band ist erschienen, der 2. und 3. von Bertoli vorbereitete sind nicht herausgekommen [Ebert Bibl. Lex. Nr. 2048]. Andere Inschriftenwerke und alterthümliche Abhandlungen von ihm bestehen noch im Manuscripte. Er ward 1747 zum Mitgliede der „Società Colombaria“ zu Florenz und 1748 der etruskischen Akademie zu Cortona ernannt. In der Sammlung des P. Calogera (tom. 26, 33, 43, 47, 48) und in den Schriften der Società Colombaria finden sich viele Briefe und Abhandlungen Bertoli’s. Die Beschreibung eines von Bertoli erfundenen Apparates, mit dessen Hilfe ganz wie durch die camera obscura Bertoli die Gegenstände nach der Natur aufzunehmen im Stande war, gibt P. Zaccaria in seiner „Storia letteraria d’Italia“ Anton Daniel (Maler, geb. zu Udine in Friaul 1677, gest. zu Wien 1745). Bruder des Vorigen. War Zeichenlehrer der Kais. Maria Theresia und erhielt von Kaiser Karl VI. den Titel eines [339] Cabinetszeichners. Er malte Historienbilder, die theilweise von Sedelmayer, Massi, Zuchi etc. gestochen wurden. B. selbst ätzte eine Kreuzigung Christi nach Paul Veronese.

Dandolo (Girolamo), La caduta della repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’anni. Studii storici (Venedig 1856, Naratovich, 8°.) Appendice: Giunte e correzioni ai cenni biografici S. 63. – Mazzuchelli, Scrittori d’Italia. – La Minerva. Giornale del 1761; enthält das von Franc. Florio geschriebene Elogium. – Biographie universelle (Art. von Guinguené). – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen 1845, Bibl. Inst, 8°.) IV. Bd. 4. Abtheil. S. 679 [nach diesem starb B. nach 1758]. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la dir. de M. le Dr. Hoffer (Paris 1853) V. Bd. Sp. 746 u. 747 [nach diesem starb B. nach 1750). – Gamba (B.), Galleria dei Letterati ed Artisti illustri delle Provincie Veneziane nel secolo XVIII (Venedig 1824) [daselbst B.’s von Musitelli gestochenes Porträt im Umrisse]. – Ueber Anton Daniel Bertoli: Le Blanc, Manuel de l’amateur d’estampes. – Nagler, Neues allgem. Künstler-Lexikon.