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Am Jahrestag von Düppel (Fontane)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Theodor Fontane
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Titel: Am Jahrestag von Düppel
Untertitel: 18. April 1865
aus: Gedichte, Seite 295–296
Herausgeber:
Auflage: 10. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1905
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart und Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[295]
Am Jahrestag von Düppel.

(18. April 1865.)

     Des Frühlings erste Spitzen
Umsäumen Baum und Strauch,
Im Blau die Wolken blitzen,
Die Ströme blitzen auch,

5
Ein Keimen allenthalben

In jedem Mauerriß,
Und kommen nicht heute die Schwalben,
So kommen sie morgen gewiß.

     Und Frühling kam und Friede

10
Auch über den Schleswig-Strand,

Wo donnernd die Feuerschmiede
Am Düppeltage stand;
Und wo bei Blitz und Wolke
Erzitterte der Grund,

15
Ziehn Mowen in flatterndem Volke

Hin über den Alsen-Sund.

     Ein Friede über den Wellen
Und Friede in Feld und Flur;
Unter all den stillen Stellen

20
Ist eine stillere nur:

Bei Sturmmarsch trommeln und blasen,
Mußten sie schlafen ein,
Nun grünt der erste Rasen
Ueber ihren Stein.

[296]
25
     Ruht sanft; in eurem Grabe

Sei Euch die Erde leicht!
Des Lebens beste Habe
Hat Euch der Tod gereicht:
Um Sieg und Himmel werben,

30
So war es Euch bescheert;

Ihr mußtet frühe sterben,
Doch war es Sterbens werth.