Zum Inhalt springen

Zwei Gazellen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Zwei Gazellen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 285, 290
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[285]

Photographie von Franz Hanfstaengl Kunstverlag A.-G. in München.
Zwei Gazellen.
Nach einem Gemälde von F. M. Bredt.

[290] Zwei Gazellen. (Zu dem Bilde S. 285.) Arabische Dichter pflegen seit alter Zeit die Schönen ihrer Heimath mit der Gazelle zu vergleichen. Kein Wunder, denn die Gazelle ist die schönste aller Antilopen, der anmuthigste lebendige Schmuck der Steppen und Wüsten Nordafrikas. Das haben alle Naturforscher, welche die Thierwelt Afrikas in ihrer ungebundenen Freiheit beobachten konnten, unumwunden zugegeben und selbst unser Reh im Vergleich zu der Gazelle plump genannt.

Das in der Steppe so überaus scheue Thier wird, wenn man es jung einfängt, außerordentlich zahm und zutraulich; es folgt auf den Ruf, kommt an den Tisch, um Brot zu erbetteln und sehnt sich nicht nach der Freiheit zurück. In allen Städten Nordafrikas kann man darum zahme Gazellen sehen, die hier die ausgesprochenen Lieblinge der maurischen Frauenwelt bilden.

Maler F. M. Bredt zeigt uns auf seinem anmuthigen Bilde das Innere eines maurischeu Hofes in der alten Piratenstadt Tunis. Hier, innerhalb des Hauses, sind die Töchter des Landes unverschleiert, und ihr Anblick rechtfertigt die Vergleiche der arabischen Dichter. In ihrer schmucken Haustracht gleicht die junge Maurin wohl der reizenden Gazelle und die Gluth ihrer Augen verräth, daß auch sie eine Tochter der Wüste ist. *