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Zwanglose Blätter/Vom Bücher- und Zeitungstische/Hermann Hettner’s Morgenroth

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Hermann Hettner’s Morgenroth
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 348 b
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1883
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Beilage Zwanglose Blätter, Nr. 6
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Bearbeitungsstand
fertig
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[348 b] Hermann Hettner’s Morgenroth. Von Jacob Moleschott (Gießen, Emil Roth). Ein Jugenddenkmal alter Freundschaft. Freilich werden nur diejenigen, welche mit den beiden Männern jung waren und alt geworden sind, den ganzen Zauber der vollendeten Lebenswahrheit in dem Bilde jener bewegten Zeit von 1847 bis 1850 auf sich einwirken lassen können, aber lernen kann die spätere Generation doch aus dem prächtigen Buche sehr viel über jene Tage, in deren Darstellung noch immer Licht und Schatten wild durch einander fließen, weil der politische Parteigeist bis heute an derselben mitarbeitet. Die Bezeichnung „Morgenroth“ bezieht sich jedoch vor Allem auf das wissenschaftliche Streben der beiden damals erst dem Jünglingsalter entwachsenen Männer. In wie liebevoller Weise schildert uns Moleschott die Entstehung, den Fortgang und den Inhalt von Hettner’s erstem Buche, der „Vorschule zur bildenden Kunst der Alten“, dessen Vollendung der weise Vater seiner Braut, Maria von Stockmar in Coburg, als Bedingung für die Verbindung beider aufgestellt hatte! Seitenweise theilt er uns die glänzendsten Stellen desselben mit und bedauert schließlich noch, daß er nothgedrungen abbrechen müsse. Mit den damaligen bedeutenden Männern und Frauen in Heidelberg, wo das „Morgenroth“ Hettner’s und Moleschott’s aufging, lernen wir viele bis in ihre Häuslichkeit kennen, namentlich tritt uns „der alte Schlosser“ in ganzer Gestalt entgegen. Die politischen Streiflichter auf jene und unsere Zeit (besonders Seite 49) verdienten an maßgebender Stelle wohl beachtet zu werden. Nachdem der Verfasser auch Hettner’s zweites noch in Heidelberg vollendetes Werk: „Die romantische Schule in ihrem Zusammenhang mit Goethe und Schiller“, in gleicher Weise wie das erste uns vor Augen geführt, kommt die Scheidestunde, die Hettner nach Jena ruft, und damit das Verglühen des „Morgenroths“, der Abschied Moleschott’s von dem Freunde und das Ende eines Buches, das wir nicht warm genug empfehlen können.