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Zur Erinnerung an die Schöpfer des Suezkanals

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Titel: Zur Erinnerung an die Schöpfer des Suezkanals
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, 27, S. 865
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[865] Zur Erinnerung an die Schöpfer des Suezkanals. (Mit Abbildungen.) Am 17. November dieses Jahres wurde in Port Said das Denkmal für Ferdinand de Lesseps feierlich enthüllt. Das von dem französischen Bildhauer Frémiet modellierte und von Babadienne gegossene Standbild erreicht die Höhe von 8 m und stellt den Erbauer des Suezkanals dar in der Haltung, die er bei der Eröffnung des Wasserweges eingenommen hatte; über dem Galafrack wallt ein orientalischer Burnus herab, wie ihn Lesseps während seiner Reisen beim Bau des Kanals zu tragen pflegte.

Alois Negrelli
Nach der Büste von Fra Caroli.

Lesseps, dessen Ruhm durch die Panamaaffaire verdunkelt wurde, verdient die Auszeichnung, die ihm die dankbare Suezkompagnie bereitet hat; die Pietät gebietet aber, in diesem Augenblicke auch eines Mannes zu gedenken, der als der geistige Urheber der meereverbindenden Straße zu betrachten ist und der dem französischen Diplomaten die Wege gebahnt hat. Dieser Mann ist der Oesterreicher Alois Negrelli. Südtirol war seine Heimat, dort erblickte er zu Primiero im Jahre 1799 das Licht der Welt. Anfang 1819 trat er als Baupraktikant bei der Landesbaudirektion in Innsbruck ein.

Das Lesseps-Denkmal in Port Said.

Er zeichnete sich besonders bei Straßen- und Wasserbauten aus und folgte bald 1832 einem Rufe nach der Schweiz, wo er zunächst im Kanton St. Gallen und dann als Oberingenieur der Kaufmannschaft in Zürich thätig war. Sein Wirken war hier ungemein ersprießlich; er war es, der die erste Eisenbahn der Schweiz, die von Zürich nach Baden, baute, und er förderte die bauliche Umgestaltung Zürichs derart, daß die Stadt ihm zu Ehren eine goldene Denkmünze prägen ließ. Nach Oesterreich zurückberufen, erwarb sich Negrelli große Verdienste um den Ausbau des österreichischen Eisenbahnnetzes; für seine Thätigkeit an der Moldau und der Elbe wurde er zum Ritter mit dem Prädikat „von Moldelbe“ ernannt. Mit der Frage des Suezkanals beschäftigte er sich seit dem Jahre 1838. Auf Metternichs Anregung trat er der 1845 in Paris gegründeten „Société d’études du canal de Suez“ bei. Zwei Jahre darauf ging er an der Spitze einer österreichischen Ingenieurbrigade nach Aegypten, um gleichzeitig mit einer französischen Expedition die Frage des Kanalbaus an Ort und Stelle zu prüfen. Hier entwarf er einen Plan für die Kanallinie, die später trotz heftiger Anfeindungen, namentlich seitens der Engländer, von der internationalen Kommission als richtig erkannt wurde.