Zum Inhalt springen

Zur Ehrenrettung deutschen Erfindergeistes

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Zur Ehrenrettung deutschen Erfindergeistes
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 29, S. 304
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[223] Zur Ehrenrettung deutschen Erfindungsgeistes. In der Gartenlaube Nr. 11 dieses Jahres erzählten wir, daß Newton schon vor zweihundert Jahren einen Wagen erfunden habe, den der darin Sitzende ohne äußere Hülfe in’s Fahren bringen konnte. Wie uns nun der Stadtbibliothekar in Nürnberg, Herr Lützelberger, in dankenswerter Weise schreibt, ist Newton keineswegs der Erste, der so Etwas erdachte. In Doppelmaier’s „Historischer Nachricht von dem Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern, Nürnberg 1730“ findet man geschrieben, daß der Mechaniker Johann Hantsch, geboren 1595 in Nürnberg, einen Wagen mit vier Rädern verfertigte, auf dem man ohne Pferde, nur mit Beihülfe eines im Wagen befindlichen Räderwerks, auf den Straßen, wohin man wollte, sich führen lassen konnte, und daß er mit diesem Wagen anno 1649 in der Stadt bergauf und bergab öfter Proben abgelegt und in einer Stunde zweitausend Schritt weit gelangte, wobei vorn am Wagen ein Drache Wasser ausspie, um das Menschengedränge auseinander zu treiben, und zwei Engel die Posaunen bliesen.

Ebenso erzählt Doppelmaier, daß der Uhrmacher Stephan Farfler in Altdorf, geboren 1633, sich erst einen vierrädrigen und dann einen dreirädrigen Wagen machte, auf dem er sich selbst ohne eines Andern Beihülfe zur Kirche fuhr, weil er, von Jugend auf gelähmt, nicht gehen konnte. Der dreirädrige Wagen steht heute noch als Merkwürdigkeit auf der Stadtbibliothek in Nürnberg, und von beiden Wagen, wie von dem des Mechanikers Hantsch, giebt Doppelmaier Abbildungen.