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Willegis

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: August Kopisch
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Titel: Willegis
Untertitel:
aus: Gedichte. S. 158–159
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1836
Verlag: Duncker und Humblot
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Siehe auch Willigis
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
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Bearbeitungsstand
fertig
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[158]
Willegis.


Es sahn, am Thum zu Mainz, die adeligen Herrn
Den Willegis zum Bischof nicht allerwege gern.
     Der war ein Wagnersohn:
     Sie malten, ihm zu Hohn,

5
     Mit Kreide Räder an die Wand:

     Die sah’ er, wo er ging und stand,
     Doch es nahm Willegis
     An dem Schimpf kein Aergerniß.

Denn als der fromme Bischof, die Räder da ersehn,

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So hieß er seinen Knecht nach einem Maler geh’n.

     Komm Maler, male mir,
     Ob jeder Thür dahier,
     Ein weißes Rad im rothen Feld;
     Darunter sei die Schrift gestellt:

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     Willegis, Willegis,

     Denk’, woher du kommen si’s!

Nun wurde von den Herren im Thum nicht mehr geprahlt;
Man sagt: sie wischten selber hinweg was sie gemahlt.
     Sie sah’n, dergleichen thut

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     Bei weisem Mann nicht gut.
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     Und was dann für ein Bischof kam,

     Ein jeder das Rad in’s Wappen nahm.
     Also ward Willegis
     Glorie das Aergernis!