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Vor dem Wettrennen

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Textdaten
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Autor:
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Titel: Vor dem Wettrennen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 44, S. 753, 756
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[753]

Vor dem Wettrennen.
Nach einem Gemälde von C. Thoma.

[756] Vor dem Wettrennen. (Zu dem Bilde S. 753.) Es ist keine kleine Kunst, sich zurechtzufinden in dem unendlichen Menschengewirre, das die alljährlichen Herbstrennen zu versammeln pflegen, und so ist es denn auch unserem Bäuerlein nebst würdiger Ehehälfte nicht zu verargen, wenn sie nicht gleich den richtigen Eingang getroffen haben. Als thatkräftiger Mann, der sich nicht verblüffen läßt, benutzt unser Bauer nun zum Vorwärtskommen eine Straße, die merkwürdigerweise ganz freigeblieben ist von Menschen – ohne eine Ahnung, daß er in die Rennbahn selber gerathen ist. Wohl hört er die spottenden Zurufe der Menge, die sich an den Schranken drängt, und eine entfernte Ahnung, daß etwas nicht ganz richtig mit ihm sein könnte, steigt in seiner und noch deutlicher in seiner Gattin Seele auf, noch aber fehlt ihm die klare Vorstellung seiner Schuld. Nicht lange, und diese Klarheit wird ihm von einem grimmig polternden Schutzmann beigebracht, der die wackere Familie so wüthend anfährt, daß das fünfjährige Töchterlein ängstlich den Vater am Rock rückwärts zieht, als müßte es ihn möglichst schnell aus dem Bereich des Zürnenden entfernen.