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Vom Bauernkrieg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Heinrich Hug
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Titel: Vom Bauernkrieg
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 120–121
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Die Quelle (Chronik Hugs): Commons
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Bearbeitungsstand
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[120]
Vom Bauernkrieg.

Anno 1524 ungefähr um Johannis ward ein Aufruhr unter der Bauernschaft zu Stühlingen, Bonndorf, Ewatingen, Bettmaringen etc. wider ihren eigenen Herrn, Grafen Siegmund von Luppfen, Herrn zu Stühlingen. Die Bauern sollten nämlich während der Ernte und bei dieser unruhigen Zeit der Gräfin von Luppfen Schneckenhäuslein sammlen, daß sie Garn darauf winden könnte. Waren ihrer 1200 Mann, die machten ein Fähnlein, weiß, roth und schwarz, zogen damit auf Bartholomai gen Waldshut auf die Kirchweihe, hielten daselbsten Rath und machten eine Evangelische Bruderschaft; wer darin wollte seyn, der sollt’ alle Wochen je 1 Batzen geben, mit dem Geld schrieben sie in alle Lande, als Hegau, Allgau, Sundgau, Breisgau, Elsaß, Franken, Sachsen, Meissen und den ganzen Rhein hinab bis gen Trier, daß sie ihren Herrn nicht mehr gehorsam seyn wollten und keinen andern Herren haben, denn den Kaiser, und ihm seinen Tribut geben, und daß er ihnen nichts einreden sollte etc. Auch wollten sie alle Schlösser und Klöster und was den Namen Geistlich hatte, zerstören.

Nach diesem ward also zwischen Grafen Siegmund v. Luppfen und den Bauern ein Tag zum gütlichen Vertrag festgesetzt und auf diesem in Schaffhausen den Bauern zugemuthet, ihr [121] Fähnlein dem Grafen zu übergeben, vor ihm niederzufallen, ihr Unrecht zu bekennen etc. dieß wollten sie aber nicht thun etc.

(Aus der handschriftlichen Chronik des Heinrich Hug von Villingen.)