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Vermischtes: Reserve-Kettenglied

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: E. Stuertz
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Titel: Vermischtes: Reserve-Kettenglied
Untertitel:
aus: Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 4, Heft 24; Seite 197–198
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Carl Beelitz
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: BTU Cottbus: H. 24 = S. 191–198 Commons und Google
Kurzbeschreibung:
siehe auch: Tauerei
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Bild
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Bearbeitungsstand
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[197]
Vermischtes.

Reserve-Kettenglied. Der Kettenschiffahrt ist ein Vorwurf daraus gemacht, dass sie, falls ein Kettenglied bricht, bis zur Ergänzung desselben vollständig unterbrochen ist, und dass es höchst beschwerlich sei, ein neues haltbares Kettenglied in eine solche im Wasser verlegte Kette einzuschmieden. Man hat daher auf die Konstruktion bequem einzufügender Reserve-Kettenglieder [197] ein Hauptgewicht gelegt. Nachdem Versuche mit andern Konstruktionen gemacht waren, wendete der dirigirende Ingenieur Herr Gustave Michelet für die Kettenschiffahrt auf dem Kanal de Willebroeck zwischen Löwen und Brüssel, welche seit 3 Jahren durch Mr. Bouquié-Lefebure eröffnet ist, das nebenstehend skizzirte Reserve-Kettenglied an, das so sinnreich und praktisch erscheint, dass es sich wohl empfehlen dürfte, auch auf Baustellen und bei Maschinen, wo Ketten mit Gliedern bestimmter Form nöthig sind, derartige Reserve-Glieder vorräthig zu halten, die bei plötzlichem Unfalle ein Auswechseln der Kette unnöthig machen, vielmehr die sofortige Reparatur in wenigen Minuten ermöglichen.

Wie die Figur zeigt, ist die eine Längsseite des Kettengliedes getrennt und derartig keilförmig gelocht, dass zwei ebenfalls keilförmige Ansätze des andern Theiles hineinpassen; die Enden derselben stehen nach der Zusammenfügung wie bei aa ein wenig über, und werden kalt mit dem Hammer platt geschlagen, wie bei bb punktirt ist, so dass die beiden Theile, die hauptsächlich nach der Längsrichtung des Kettengliedes beansprucht werden, genügend zusammenhalten. Wie der nach der mittleren Queraxe genommene Schnitt zeigt, haben die auf einer Seite wirkenden Berührungsflächen, welche den Druck, resp. den Zug aushalten, hier einen Inhalt = 6 • 12 + 2,5 • 15 = ca. 110 Millimeter, während der volle Querschnitt aut der andern Seite gleich dem der übrigen Kettenglieder ist, d. h. ca. 220 Millimeter Inhalt hat, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass diese Reserveglieder aus besonders gutem Material und vorzugsweise sorgsam gearbeitet werden und daher leicht die gleiche Haltbarkeit wie viele der andern Kettenglieder mit beiderseits vollem Querschnitte zu ca. 220 Millimeter erreichen werden, in denen Material und Bearbeitung schlechter ist, die aber dennoch die übersichere Kettenprobe aushielten.

In der That hat man die vorbeschriebenen Reserveglieder auch schon benutzt, die einzelnen kürzeren Theile dieser Touage-Kette, als sie im Willebroeck-Kanal vor 3 Jahren verlegt wurde, sehr schnell und ohne Feuer zu verbinden, und trotz des regsten Touage-Verkehrs war bis April d. J. noch kein Glied in jener Kette gebrochen, so dass die auf jedem Toueur mitgeführten Reserveglieder bis dahin noch nicht gebraucht waren.

E. Stuertz.