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Vermißte und durch die Gartenlaube wieder Aufgefundene

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Titel: Vermißte und durch die Gartenlaube wieder Aufgefundene
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 47, S. 778
Herausgeber: Ernst Ziel
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[778]
Vermißte und durch die Gartenlaube wieder Aufgefundene.

Wir müssen unsern Lesern gestehen, daß wir nicht selten durch Auffindungen Vermißter überrascht werden, an deren Möglichkeit wir gezweifelt hatten. Ein solcher Fall liegt uns abermals vor. Vor zwei Jahren bat in unserm Bureau ein Herr K. St. um Nachforschung nach Adolf Pertzel, der vor etwa 30 Jahren nach Australien ausgewandert sei und vor 18 Jahren zum letzten Mal an die Seinen geschrieben habe. Erst im August dieses Jahres kam dem Vermißten jene „Gartenlaube“-Nummer von 1882 zu Gesicht, und ein Brief mit dem Postzeichen Sydney meldet, daß er und sein Sohn noch leben und bei dieser Gelegenheit zugleich die Bestellung der „Gartenlaube“ erneuern. Fast schwerer, als den 30 Jahre Vermißten, war es, nun den Anfrager zu ermitteln, der sich endlich in München fand.

Robert Kosmeli (Umschlag der Heft-Ausgabe für Nordamerika, 24. Heft, 1883, Nr. 483), von seiner Schwester, einer Wittwe, in’s siebente Jahr vergeblich gesucht, lebt „z. Z. im National Home for Disabled Volunteer Soldiers zu Milwaukee in Wisconsin“.

Ferdinand Pühringen (Umschlag des 25. Heftes von 1883, Nr. 880) hat, laut Nachricht von seinen Verwandten – darunter sein 87jähriger Vater – direct an diese geschrieben.

Ferdinand C. Motzler (Umschlag desselben Heftes, Nr. 938), als dessen Adresse uns „care of St. Louis Hôtel, Little Rock, Arkansas“ mitgetheilt worden ist.

Der Landbriefträger Hentschel in Kodersdorf schreibt uns. daß sein Sohn Hermann, den wir im Jahrgang 1881 der „Gartenlaube“, S. 136, Nr. 39, suchten, sich reuig, aber gesund und kräftig und in guter Stellung wieder gefunden habe.

Ueber einen andern Gesuchten sind uns zwei Nachrichten zugegangen. Nach der einen soll derselbe Mitbesitzer einer angesehenen Fabrikfirma sein, nach der andern sich wegen Bettelns in Untersuchungshaft befinden. Wir ließen sofort weitere Nachforschungen ergehen.

Wenn Einer den Seinen nicht eher schreiben will, als bis es ihm so wohl ergeht, daß er dies mit Freuden thun kann und nicht mit Seufzen, so wird er leicht erleben, was G. Sch. (vergl. „Gartenlaube“ 1883, Nr. 46) widerfuhr: daß er mit dem Schreiben über 20 Jahre und noch so lange wartet, bis die „Gartenlaube“ ihm das Gewissen rührt. „Die helle Freude leuchtete dem sorgenreichen Mann aus den Augen, als er hörte, daß seine Schwester noch lebe und an ihn denke.“ Aber lange hat’s freilich gedauert, bei dem kurzen Menschenleben, bis die Briefe von Hamburg und Schandau, beide an derselben Elbe, die Geschwister wieder verbunden haben.

Heinrich Curth (Umschlag des 18. Heftes, 1884, Nr. 963) lebt in Cincinnati als Meister oder Werkführer einer Herren-Kleiderfabrik.

Der hessische Pfarrersohn Karl Koch, Pharmaceut (1884, S. 244, Nr. 14) war längere Zeit in Nordamerika, zog dann nach Mittelamerika, wo er zuletzt in Guatemala, mit einer Schottländerin verheirathet, lebte und wahrscheinlich 1877 starb. Seine Witwe ist Besitzerin eines Putzwaarengeschäfts. Diese Nachricht verdanken wir Herrn C. Kahler in Valparaiso.

Friedrich E., Kaufmann (1884, S. 244, Nr. 8) ist als soeben seiner Militärpflicht genügend ermittelt worden.

Der auf dem Heft-Umschlag von Nr. 18, 1884, gesuchte Ed. Hainke theilt für seine Angehörigen, deren genaue Adresse er nicht kennt, uns seine Adresse mit.

Der in Heft 4 dieses Jahres gesuchte Feldmesser Wilh. Schüster wird uns als in Neukirch, Kr. Heinrichswalde, Reg.-Bez. Gumbinnen in Ostpreußen, bei einem Baumeister gefunden gemeldet.

Zu unserer Freude sehr schnell ist der Knabe aufgefunden worden, nach welchem wir in Nr. 43 unseres Blattes einen Aufruf erlassen hatten. Von Helmstedt war der 13½ Jahr alte Flüchtling über Magdeburg nach Hoierswerda in der Oberlausitz und endlich nach Lägerdorf bei Itzehoe im Holsteinischen gelangt, wo Herr Fabrikdirector Schäfer am 1. October ihn bei sich aufnahm und nach dem Aufruf in der „Gartenlaube“ den Eltern Nachricht gab. Dort holte der Vater den Sohn ab.