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Venus Socia

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Richard Dehmel
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Titel: Venus Socia
Untertitel:
aus: Aber die Liebe
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Dr. E. Albert & Co. Separat-Conto
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: München
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans dieser Ausgabe auf Commons
S. 208-209
Kurzbeschreibung:
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Bild
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Bearbeitungsstand
fertig
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[208]

 VENUS SOCIA


– Kaffee, Branntwein, Bier –
im Spelunkenrevier,
und ein Lied scholl rührend durch die Thür;
und das sangen und spielten die traurigen Vier,

5
ein Vater mit seinen drei Töchtern.

Er stand am Ofen, die Geige am Kinn
schief neben ihm hockte die Harfnerin,
[209] und die Jüngste knixte, und aus das Lied,
die Geige die machte ti-flieti-fliet:

10
     „War Eine, die nur Einen lieben kunnt“ ...


Die dritte ging stumm
mit dem Teller herum,
ums polternde Biljard, blaß und krumm;
und nun drehte der Alte die Fidel um

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und klappte darauf mit dem Bogen.

Und auf Einmal schwieg der Keller ganz,
die Jüngste die hob die Röcke zum Tanz;
die Harfe die machte ti-plinki-plunk,
und die Jüngste war so kinderjung

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     und sang zum Tanz ein wüstes Hurenlied ...


Sie sang’s mit Glut,
das zarte Blut;
und der schwarze, zerknitterte Roßhaarhut
stand zu der plumpen Harfe gut,

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mit den weißen papiernen Rosen.

Laut schrillten die Saiten tiflieti-plunk,
und Alle beklatschten den letzten Sprung,
und die Tellermarie stand vor mir; stumpf
„Spielt mir noch Einmal“, bat ich dumpf,

30
     „War Eine, die nur Einen lieben kunnt“ ...