Zum Inhalt springen

Venus Perversa

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor: Richard Dehmel
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Venus Perversa
Untertitel:
aus: Aber die Liebe
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Dr. E. Albert & Co. Separat-Conto
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: München
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans dieser Ausgabe auf Commons
S. 221-222
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[221]

 VENUS PERVERSA


Auch vorbei; und sieben Kreuze
hinter Jede! mein Gelüst ging irr.
Aber – ich brauche tiefere Reize:
Dich: komm, liebe dich vor mir!

5
Dich nur, Dich nur: deine genossenen Blicke

und deine bittende Scham und deine treuen
Hände lieb’ich … ja, entzücke
mich mit Deinen Rasereien!

Oh Du! wenn die Knospen deiner müden

10
Brüste unter deinen tastenden Fingern

wieder schwellen, wie in jüngern
Nächten … oh du, keinen Frieden

ließ mir’s: meine eigenen Freuden
sind mir Schaum, der bitter ist!

15
aber Du, wenn Du so stöhnst und glühst,

will ich mich an Deiner Wildheit weiden:

wie du gleich verlassnen Bräuten
deine Sehnsucht nach mir stilltest,
wenn du tief in deinen Heimlichkeiten

20
mit berauschten Armen wühltest –


wühlst … stillst … Seele, bricht dein Blick?
oh du: laß mich diesen Blick genießen,
dies Verröcheln von Lippen bis zu Füßen,
recke dich nicht so starr zurück – –

25
[222] Ekelt dich? Ah –: fühlst du nun auch den reifen

Menschen? bist du satt der Kuhnatur?! –
Und wir fliehen, wir begreifen
den Triumph der Unnatur …