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Ueber Hermann Korner’s Herkunft und Universitätsjahre

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Autor: Hermann Herre
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Titel: Ueber Hermann Korner’s Herkunft und Universitätsjahre
Untertitel:
aus: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft Bd. 9 (1893), S. 295–303.
Herausgeber: Ludwig Quidde
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr
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Erscheinungsort: Freiburg i. Br.
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[295] Ueber Hermann Korner’s Herkunft und Universitätsjahre. Während die einst von Waitz[1] begonnene und später von Koppmann[2] fortgesetzte Untersuchung der Chronik Korner’s in den letzten zwanzig Jahren fast gar nicht gefördert worden ist, haben im Laufe des vergangenen Decenniums die Nachrichten über Korner’s Leben einige, wenn auch allerdings nicht gerade bedeutende Bereicherung erfahren. Abgesehen von der kürzlich von H. Finke[3] aus einer leider nicht näher bezeichneten Handschrift der Paulina in Münster mitgetheilten Notiz, laut welcher Korner etwa 1397 magister studentium in Halberstadt war, ist namentlich ein Beitrag G. Voigt’s zu verzeichnen, welcher zuerst darauf aufmerksam machte, dass der Leipziger Universitätsmatrikel zufolge im Sommersemester 1420 Hermann Korner de Rynck natione Bavarorum in Leipzig intitulirt wurde. Diese letztere Nachricht ist von O. Lorenz, welchem sie, wie es scheint, G. Voigt privatim mittheilte, in der letzten Auflage der Geschichtsquellen[4] verwerthet worden. Doch kann sich L. hier nicht der Bemerkung enthalten, dass durch dieselbe die bis jetzt vorliegenden, nicht gerade [296] klaren Nachrichten über Korner’s Leben – bekanntlich wird er, der schon seit 1426 zu den Senioren seines Klosters gerechnet wird, urkundlich erst 1432 baccalaureus und erst 1436 magister genannt[5] – „noch unverständlicher“ werden. Erschien es ihm früher[6] schon nicht recht glaubhaft, dass Korner in höherem Alter stehend noch das Magisterium der Theologie erworben habe, so meint er jetzt auch, dass man die Richtigkeit der bisherigen Ansicht, derzufolge Korner von Geburt ein Lübecker war, auf Grund jener Leipziger Notiz wohl werde bestreiten können; man werde ihn, da zur Baierischen Universitätsnation ausser Süddeutschen auch Westfalen, Rhein- und Niederländer gehörten, den letzteren zuweisen müssen. Mir scheint jedoch die Lösung der Schwierigkeiten, die L. berührt, vielmehr darin zu liegen, dass die Notiz der Leipziger Matrikel auf den Verfasser der Chronica novella überhaupt nicht bezogen werden darf. Warum nicht, sollen die folgenden Bemerkungen zeigen.

Zunächst ist es etwas Missliches, den ersten besten Hermann Korner, welchen Quellen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nennen, ohne triftigen Grund mit dem Geschichtschreiber zu identificiren[7]. Denn warum sollten zu jener Zeit nicht mehrere Träger dieses Namens gelebt haben? Könnte man doch sonst gar auch jenen Hermanus Korner cellerarius, welcher in einem vom 21. Aug. 1449 datirten Schreiben des Convents des Klosters Berge an den Erzbischof Friedrich von Magdeburg erwähnt wird[8], für den Verfasser der Chronik halten und dementsprechend die gewöhnliche Annahme, dass Korner bald nach 1437 gestorben sei, als unhaltbar bezeichnen!

Sodann aber bereitet der schon angeführte Zusatz der Leipziger Matrikel „de Rynck[9] natione Bavarorum“ nicht geringe Schwierigkeiten. Soll nämlich Lorenz’ Vermuthung, dass Korner’s Geburtshaus vielleicht in den Niederlanden gestanden habe, nicht aller und jeder Grundlage entbehren, so muss nachgewiesen werden einmal, dass in den damals [297] den Niederlanden zugerechneten Gegenden wirklich eine Ortschaft jenes Namens existirte, und dann, falls dieser Nachweis sich erbringen liesse, dass Träger des Namens Korner dort ansässig waren. Dass dieses oder jenes gelingen möchte, erscheint mir sehr zweifelhaft[10].

Dagegen ist es nicht schwer, sich Korner nennende Personen aus andern Gegenden des Deutschen Reiches namhaft zu machen. So begegnet uns eine Familie dieses Namens, welche allerdings, da ihre Mitglieder das Adelsprädicat führen, hier nicht weiter in Betracht kommen kann, in und bei Mühlhausen in Thüringen[11], eine andere in Hildesheim. Zur letzteren gehört Heneke Korner, welcher urkundlich am 7. Oct. und 24. Nov. 1402 und am 6. Febr. 1403 erwähnt wird[12]; ferner Albert Korner, welchen eine Urkunde aus der Mitte des Jahres 1406 nennt[13] und endlich der seit 16. Jan. 1426 ziemlich häufig erscheinende Henning Korner[14].

Eine dritte Familie Korner lernen wir aus der Heidelberger Universitätsmatrikel[15] als am Oberrhein und in der Diöcese Würzburg heimisch kennen. Dieser Matrikel zufolge[16] wurde nämlich am 31. Jan. 1387 gemeinschaftlich mit dem doctor sacre theologie Conradus de Soltau und dem Prager magister in artibus Fridericus de Solczbach in Heidelberg immatriculirt Albertus Korner bachalarius in medicina Pragensis [298] et baccal. in artibus, offenbar derselbe, welcher nach der Prager Universitätsmatrikel[17] unter dem Decanate des Magister Erhardus Kouffman de Nuremberga am 24. Jan. 1378 in Prag den gradus baccalaureatus erlangt hatte. Zwei Jahre später als dieser Albert Korner, im Jahre 1389 unter Konrad’s von Steinberg Rectorate, liess sich Arnold Korner aus Bacharach immatriculiren[18], und 1395, als Bertoldus de Dyppuͤrg Rector war, Petrus Koͤrner aus Boppard. 1416 bezog dieselbe Universität Johannes Koerner de Hůse dyoc. Spir., und 1433 Johannes Corneer de Erpach clericus Magunt. dyoc. Weiter nahm am 13. Oct. 1455 der damalige Rector Erhard Knab von Zwiefalten den professus in Fonte salutis Johannes Korner auf, am 16. Dec. 1536 der Rector Heinrich Stoll de Bacharach einen Vitus Koͤrner de Dittelbacch dioc. Herbipol., am 13. April 1540 der magister artium und iurium licentiatus Michael Maccus einen Joannes Korner aus Heidelberg, und am 4. Jan. 1546 der Rector Georgius Niger de Lewenstein, einen Joannes Korner ex Buchen dioc. Herbipol. Endlich erwähnt die Matrikel noch einen Jacobus Cornerus Tigurinus und einen Jacobus Körner Wormatiensis, von denen sich ersterer am 14. Juli 1572 unter Petrus Alostanus’ Rectorate, letzterer unter demjenigen des Daniel Nebelius am 10. Dec. 1604 eintragen liess[19].

Weit wichtiger für uns als jene Hildesheimische und diese Süddeutsche Familie ist aber diejenige, welche wir im Mecklenburgischen [299] und Holsteinischen nachweisen können. Schon am 5. Febr. 1309 werden in einer Urkunde des Bischofs Hermann von Ratzeburg Hinricus Cornerus und sein Bruder Arnoldus genannt[20]. Ein im Jahre 1335 vom Pfarrer Peter zu Schönberg angefertigtes Verzeichniss der Vasallen des Stifts Ratzeburg führt unter denselben Petrus, Gotfridus und Arnoldus Corner auf[21]. 1346 finden wir einen Hinricus Korner in Wismar ansässig[22]; und eine Elizabet [Kornere] in Rostoke erwähnt am 25. Aug. 1351 ein Schreiben des Münster’schen Rathes an den Rath von Rostock, in welchem dieser von jenem ersucht wird, dem Johannes dictus Kornere, dem Bruder der Elisabeth, zur Einziehung des Nachlasses derselben behilflich zu sein[23]. Ein anderer Johannes Korner liess sich am 18. Nov. 1420 unter dem Rectorate des Tidericus Zukow an der Universität Rostock immatriculiren[24]; ebenda am 4. Juni 1443 unter Heinrich Bekelin’s Rectorate ein Enghelbertus Korner. Der letztere wurde im Wintersemester 1443/44 baccal. theol., und im Wintersemester 1446/47 magister[25]. Zwei Semester später, am 21. Nov. 1447, erfolgte durch Nicolaus Wentorp die Immatriculation eines zweiten Johannes Korner, welcher nach dreijährigem Studium im Wintersemester 1450/51 ebenfalls den Baccalaureat erlangte[26].

Ob schon von den zuletzt Genannten der eine oder der andere aus Lübeck gebürtig war, lässt sich leider nicht ermitteln, da in der Matrikel über die Herkunft derselben keinerlei Nachrichten gegeben sind. Sicher wissen wir es nur von einem Bertramus, einem Hinricus und einem Reynoldus Korner; nur für diese drei wird in der Matrikel ausdrücklich Lübeck (de Lubeck) als Heimath angegeben. Bertramus und Hinricus wurden im Sommersemester 1483 durch den damaligen Rector Lubertus Sedeler aufgenommen, und zwar der erstere am 25. April, der letztere am 24. Mai, Reynoldus dagegen erst am [300] 19. Mai 1492 durch den Rector Jacobus Horstman. Hinricus Korner erlangte schon im Wintersemester 1484/85, zu welcher Zeit der bekannte Historiker Albert Krantz Decan war[27], den Baccalaureat, eine Würde, welche etwas später, Wintersemester 1486/87, auch dem Bertramus, und Wintersemester 1493/95, auch dem Reynoldus zu Theil wurde[28].

Im Hinblick auf die letztangeführten Notizen kann es demnach wohl als feststehend bezeichnet werden, dass ein Zweig der Familie Korner in Lübeck ansässig war. Und zwar war dies nicht etwa erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sondern, wie wir sogleich sehen werden, auch früher schon der Fall. Immerhin wird man dieser Lübecker Familie den Geschichtschreiber nicht eher zuweisen dürfen, als bis nachgewiesen ist, dass in derselben ausser den oben erwähnten Vornamen auch der Vorname Hermann üblich war.

Auch dieser Nachweis ist leicht zu erbringen. Korner selbst nämlich erwähnt[29] zum Jahre 1386 in seinem Bericht über den unglücklichen Zug der Lübecker gegen Detlev Godendorp, dass den Befehl über die eine Abtheilung der von Lübeck ausgesandten Schaar als capitaneus ein Hermannus Korner geführt habe. Ich glaube, die Vermuthung lässt sich kaum von der Hand weisen, dass dieser Hermann ein Oheim Korner’s und vielleicht der Vater des oben erwähnten Magdeburger Kellermeisters war. Träfe letzteres zu, so wäre zugleich für den Besuch, welchen Korner nach seiner eigenen Angabe[30] zu der Zeit, zu welcher er cursor sententiarius war, in Magdeburg machte, eine ganz annehmbare Erklärung gefunden.

Aus dem Gesagten erhellt schon, dass Korner’s Lübecker Herkunft zu bezweifeln, kein zwingender Grund vorliegt und demgemäss [301] auch die Verwerthung jener Leipziger Notiz für die Biographie Korner’s nur unter allem Vorbehalt erfolgen könnte.

Nun lässt sich aber gegen Voigt’s und Lorenz’ Ansicht noch ein anderer gewichtigerer Grund anführen, der nämlich, dass sich dieselbe mit den urkundlichen Angaben über Korner in keiner Weise vereinigen lässt. Zu beachten ist zunächst, dass, wie ich schon erwähnte, Korner erst am 29. August 1432 baccalaureus genannt wird. Er würde also, hätte er im Jahre 1420 die Universität Leipzig bezogen, etwa 24 Semester gebraucht haben, um es bis zur genannten Würde zu bringen, – doch gewiss eine etwas lange Zeit, zumal wenn man erwägt, dass damals z. B. an der Wiener Universität bei der Bewerbung um den Baccalaureat in der theologischen Facultät selbst für gewöhnliche Scholaren, zu denen man aber Korner nicht wohl rechnen kann, der Nachweis eines sechsjährigen Studiums genügte[31]! Ferner ergibt sich aus den Urkunden, dass Korner gerade anfangs der 20er Jahre im Lübecker Burgkloster als Lesemeister, als welcher er übrigens nicht erst seit 1420, wie Lorenz und soviel ich sehe, auch alle früheren Biographen Korner’s angeben, sondern schon seit 22. März 1417 erscheint[32], thätig war. Wir können ihn dort am 1. Sept. 1420, am 22. April und 20. Juni 1421, am 5. Februar 1422 und am 18. Januar, 24. Febr. und 3. April 1426 nachweisen[33], und ausserdem wissen wir durch Korner selbst, dass er sich Ende April 1421 in der Nähe von Trier, und kurze Zeit darauf, vielleicht als Abgesandter seines Klosters zum Generalcapitel des Dominicanerordens, in Metz aufhielt[34]. Er wäre also, seine Identität mit dem von der Leipziger Matrikel genannten Korner vorausgesetzt, von Leipzig zu Zeiten abwesend gewesen, zu welchen an den damaligen Universitäten die Vorlesungen nicht ausgesetzt zu werden pflegten. Dies aber wird man nur annehmen können, wenn es sich als unmöglich herausstellt, Korner als Mitglied einer anderen Universität nachzuweisen. Letzteres ist jedoch nicht der Fall, vielmehr zeigt ein Blick in die Erfurter Matrikel, dass dort im Wintersemester 1431 unter dem Rectorate des Arnoldus Egerinchusen de Hervordia „frater Hermannus Korner de Lubeck ordinis predicatorum“ immatriculirt wurde[35].

[302] Man wird also wohl anzunehmen haben, dass sich Korner Anfang der 30er Jahre in Erfurt aufhielt, zu welcher Annahme auch gut stimmt, dass Korner’s Name um diese Zeit aus den Lübecker Urkunden verschwindet; nur ein einziges Mal begegnet er: in der schon öfter erwähnten, am 29. Aug. 1432 (also zur Ferienzeit) ausgestellten Urkunde, in welcher sich der Convent der Dominicaner in Lübeck zu Seelmessen für Lorenz Hilliger verpflichtet.

Dass indess Korner die Universität bezogen habe, um als gewöhnlicher Student dort Theologie zu studiren, ist mehr als unwahrscheinlich. Viel näher liegt die Annahme, dass er von seinen Oberen der theologischen Facultät „ad legendum cursum biblie“ präsentirt wurde[36]. Die Dauer dieses Cursus, der darin bestand, dass Korner über zwei ihm von der Facultät zugewiesene Bücher der heil. Schrift las, war durch § 52 der Statuten auf zwei Jahre festgesetzt. Doch waren Ausnahmen hiervon insofern zulässig, als dieser Termin nicht genau innegehalten zu werden brauchte, wenn es sich um „religiosi" handelte, welche für den dem cursus biblie sich anschliessenden Cursus sentenciarum wiederum von ihren Oberen promovirt und der Facultät präsentirt wurden. Diese letztere Promotion Korner’s hat offenbar schon im Sommer 1432 stattgefunden; nur sie dürfte es gewesen sein, welche ihn im August dieses Jahres nach Lübeck zurückgeführt hatte. Vom Wintersemester 1432/33 ab hatte er dann während zweier Jahre[37] sich mit der „lectura sentenciarum“ zu beschäftigen, so dass er also erst im Winter 1434/35 in der Lage war, sich der durch § 78 der Statuten[38] vorgeschriebenen Prüfung zu unterziehen. Am 10. Jan. 1435 ertheilte ihm die Facultät die Licenz[39]. Am 31. Juli 1436 wird er in den Lübecker Urkunden zum ersten Male meyster in der hilghen schrift betitelt, und von da an öfter, so am 9., 12. und 20. August [303] 1436 und in einer undatirten Urkunde von 1437, zuletzt am 1. August 1437[40].

Für die Lebensgeschichte Korner’s bieten die vorstehenden Notizen allerdings nicht gerade viel Neues; sie schienen mir aber dafür nach einer anderen Seite hin um so beachtenswerther zu sein. Wie nämlich schon angedeutet wurde, erwähnt Korner zum Jahre 1364 gelegentlich einer von ihm der „Chronica Saxonum“ entlehnten Erzählung vom Selbstmord eines Magdeburger Mönches, dass ihm darüber auch von einer gewissen Catharina Rupines berichtet worden sei, und zwar zu jener Zeit, zu welcher er sich als cursor sententiarius in Magdeburg aufhielt[41]. Die Art und Weise, in welcher Korner diese letztere Bemerkung hinzufügt, macht in jeder Beziehung den Eindruck, als sei sie erst geraume Zeit nach jenem Magdeburger Aufenthalt niedergeschrieben worden. Nun haben wir aber gesehen, dass Korner cursor sententiarius in den Jahren 1433 und 1434 war. Daraus folgt erstens, dass die Niederschrift jener Bemerkung nicht vor dem Jahre 1435 erfolgt ist, und folgt zweitens, dass alle diejenigen Redactionen bezw. Uebersetzungen der Chronica novella, welche Korner’s Aufenthalt in Magdeburg erwähnen, frühestens im Jahre 1435 entstanden sind[42].

H. Herre.     

Anmerkungen

  1. G. Waitz, Ueber Hermann Korner und die Lübecker Chroniken. Sep.-Abdr. aus Bd. V der Abhandlungen d. kgl. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Göttingen 1851.
  2. K. Koppmann, Zur Geschichtschreibg. der Hansestädte vom 13. bis zum 15. Jh. (Hansische G.-Blätter. Jg. 1871, p. 56–84, speciell p. 81–83). – Vgl. desselben Rundschau über die Literatur der Hansischen Geschichte (ebd. Jg. 1872, p. 155–95, speciell p. 157–9).
  3. MIÖG 11, 449 f.
  4. Bd. II, p. 172 u. 173 Anm. 1.
  5. Vgl. Lorenz a. a. O. p. 173, und dazu Urkundenbuch der Stadt Lübeck Bd. VI (1881), Nr. 716; Bd. VII (1885), Nr. 503 u. 696.
  6. G.-Qn. 2. Aufl. 1, 164.
  7. Aus diesem Grund wird man auch gut thun, die obige Notiz Finke’s für Korner’s Biographie nur mit allem Vorbehalt zu verwerthen.
  8. Urkundenbuch des Klosters Berge bei Magdeburg, hrsg. v. H. Holstein. Halle 1879. Nr. 291.
  9. Fast möchte ich annehmen, dass hier ein Lese- oder Druckfehler vorliegt und es statt Rynck Rynek oder Ryneck = Rheineck heissen muss. Dazu würde der Zusatz natione Bavarorum sehr gut stimmen; nur bliebe zweifelhaft, ob das im Regierungsbezirk Koblenz oder das im Kanton St. Gallen gelegene Rheineck gemeint ist.
  10. Die Matrikel der Univ. Köln kennt keinen aus jenen Gegenden stammenden Korner; sie erwähnt nur einen Nyc. Corneri, clericus Ludonensis [Laon] zum 3. Oct 1434. Vgl. H. Keussen, Die Matrikel der Univ. Köln 1, 280.
  11. Vgl. Cod. dipl. Saxoniae regiae I, 2, Nr. 83; 208; 216; 221. – Will, Regesten der Mainzer Erzbischöfe Bd. I, Nr. 11; 93; 94; 126; 147. Bd. II, Nr. 89. – Stumpf, Acta Maguntina Nr. 24; 35; 40; 42; 47; 88. – Namentlich aber Urkundenbuch der Stadt Mühlhausen, hrsg. v. Herquet. Halle 1874. – Erst in späterer Zeit kommen auch in den Thüring. Gegenden bürgerliche Korner vor; so nennt die Erfurter Matrikel: Conradus Korner de Salvelt (Ostern 1485); Joannes Korner Erphurdiensis (Ostern 1508); Henricus Korner de Mulhausen (Ostern 1512); Joannes Korner Erfordensis (Ostern 1537).
  12. Urkundenbuch der Stadt Hildesheim, hrsg. v. Döbner. Bd. III, Nr. 55; 65. Bd. IV, Nr. 5 (p. 631).
  13. a. a. O. Bd. III, Nr. 282.
  14. a. a. O. Bd. III, Nr. 1225. Bd. IV, p. 64 Anm.; Nr. 154; 357; 390; 463; 591; 595; 636. – In dem Cod. Helmst. 965 der Wolfenbüttler Bibl. werden auf fol. 230b ebenfalls einige wohl hierher gehörige Personen Namens Korner erwähnt. Vgl. v. Heinemann, Die Handschriften der Hzgl. Bibl. zu Wolfenbüttel Abth. 1, Bd. II. Wolfenb. 1886. S. 327.
  15. Hrsg. v. Töpke Theil I u. II. Heidelberg 1884 u. 1886.
  16. a. a. O. I, S. 1 Anm. 3 u. S. 7.
  17. Monumenta hist. univers. Carolo-Ferdinandeae Pragensis. Tom. I: Liber decanorum facult. philos. 1367–1585. Pars I. Pragae 1830. p. 179.
  18. Vgl. die Heidelb. Matrikel I, S. 43; und für das Folgende ebd. I, S. 61; 129; 195; 283; 564; 575; 594. II, S. 63 nebst Anm. 2; 224. – Erwähnt werden ausserdem noch: I, S. 49 Johannes Kornercz de Bacharaco (1391); I, S. 497 Petrus Kernner ex Spira (1514 Oct. 29); II, S. 189 Nicolaus Kerner Heidelbergensis (1597 Aug. 19).
  19. Hierher gehören auch die in der Erfurter Matrikel erwähnten: Johannes Korner de Bacherach (Ostern 1436); Eckarius Korner de Swynfort (Ostern 1467); Martinus Korner de Dettelbach (Mich. 1473); Petrus Korner de Argentina (Mich. 1482); Udalricus Korner de Steynach (Ostern 1497); Jodocus Kornner de Volkach (Mich. 1506); Martinus Korner de Tetelbach (Mich. 1509); Joannes Korner Herbipolensis (Mich. 1544). – Im Liber regulae eccl. Haugensis (gedr. im AHVUnterfranken Bd. 29) finde ich erwähnt zum 8. April: obiit dominus Panthaleon Korner canonicus apud praedicatores tumulatus 1557, cuius anima requiescat in pace; zum 9. Sept.: Claus Korner in der Semelgassen; zum 20. Sept.: obiit Heinricus Korner de Karlstat, qui constituit I lb. V solidos; zum 19. Oct.: obiit Gerhawss Kornerin, que constituit I lb. V solidos. – Für die drei letzten Notizen sind die Jahre nicht angegeben; sie stammen aus dem Ende des 15. und dem Anfang des 16. Jhs. – Vgl. auch Vhdlgn. d. HVOberpfalz u. Regensburg 40, 59.
  20. Mecklenburg. Urkundenbuch Bd. V, Nr. 3290.
  21. Ebd. Bd. VIII, Nr. 5612 (p. 537).
  22. Ebd. Bd. X, Nr. 6624.
  23. Ebd. Bd. XIII, Nr. 7506. – Ein Peter Korner des grosscheffers knecht wird im Hanserecess zu Marienburg 1397 April 29 genannt. (Hanserecesse Bd. IV, Nr. 398.) – Das Erbebuch der Stadt Reval erwähnt für 1455 u. 1487 einen Cort Korner. Vgl. A. f. Gesch. Liv-, Est- und Kurlands. 3. Folge. 3, 316.
  24. Matrikel der Univ. Rostock, hrsg. v. Ad. Hofmeister. I. Rostock 1889. S. 7.
  25. Ebd. S. 63; 69; 80. An der letzteren Stelle steht allerdings nicht Corner, sondern Coruer; doch kann es kaum zweifelhaft sein, dass der oben erwähnte gemeint ist.
  26. Ebd. S. 82 u. 92.
  27. Krantz hat bekanntlich die Chronica novella stark benutzt.
  28. Zu Vorstehendem vgl. a. a. O. S. 232; 233; 241; 248; 261; 271. – Ausser den Genannten werden in der Rostocker Matrikel noch erwähnt: 18. Oct. 1429 Johannes Koͤrener; Sommersemester 1433 Nicolaus Korne; 31. Mai 1446 Johannes Korne; Wintersemester 1458/59 Wilkinus Korne; 7. Juli 1483 Eggelbertus Koruer de Lemegow. Vgl. a. a. O. S. 35; 45; 78; 120; 233. Ob diese fünf auch zur Familie Korner gezählt werden dürfen, vermag ich nicht zu entscheiden. – Unter den im Laufe des 16. Jhs. in Rostock Immatriculirten finden sich: Casparus Körner Luneburgensis (7. Mai 1552) und Christophorus Cornerus Suerinensis (Mai 1580).
  29. Vgl. die Chronica novella in der Ausg. v. Eccard, Corpus hist. med. aevi II, col. 1151; 1152.
  30. Chronica novella ad ann. 1364 (Eccard a. a. O. col. 1109): Hoc, inquam, factum stupendum et ego cursor sententiarius constitutus in conventu ordinis nostri eiusdem civitatis Magdeburgensis recitari audivi a quadam persona devota Catharina Rupines dicta – –.
  31. Vgl. darüber im allgemeinen Kink, Gesch. der Univ. Wien I, 1 S. 41 ff. u. S. 103 ff. Auch Aschbach, Gesch. d. Wiener Univ. S. 71 ff.
  32. Urkundenbuch der Stadt Lübeck V, Nr. 611.
  33. a. a. O. VI, Nr. 272; 322; 335; 392; 716; 724; 738. – Ausserdem wird Korner noch genannt am 17. März 1420, 27. Oct. 1429 u. 3. April 1431. Vgl. a. a. O. VI, Nr. 179; 360. VII, Nr. 447.
  34. Eccard, Corp. hist. II, col. 1247 f.
  35. Gesch.-Quellen der Prov. Sachsen VIII, 1, 152. – Auf diese Notiz hat schon K. E. H. Krause in den JBG IV (Berlin 1885), II, 140 aufmerksam gemacht.
  36. Vgl. § 52 der Statuten der theol. Facultät vom J. 1412, in G.-Qn. d. Prov. Sachsen VIII, 2, 54.
  37. Vgl. § 64 der Statuten a. a. O. S. 55.
  38. a. a. O. S. 58.
  39. Diese, wie es scheint, bisher nie beachtete Notiz entnehme ich J. Chr. Motschmann’s Erfordia literata continuata. 1733 ff. S. 21. Als Quelle ist dort angegeben ein Verzeichniss der Promovirten im Statutenbuche der theol. Facultät. In diesem Verzeichniss finden sich noch andere bekannte Namen, z. B. diejenigen des Mathias Döring und des Heinrich Tocke, auch des oben erwähnten Arnold Egerinchusen. – Vgl. auch A. Zacke, Das Todtenbuch des Dominicanerklosters und die Predigerkirche zu Erfurt. Erfurt 1861. S. 134.
  40. Urkk.-Buch der Stadt Lübeck VII, Nr. 692; 696; 697; 700; 748; 758.
  41. Vgl. oben S. 300, Anm. 4.
  42. Der Güte des Herrn Oberbibliothekars Prof. Dr. O. v. Heinemann in Wolfenbüttel verdanke ich die Mittheilung, dass das im Cod. Helmst. 406 vorliegende, bis 1416 reichende Exemplar der Chronik auf fol. 178b zwar die Nachricht vom Selbstmorde des Mönches, nicht aber diejenige von Korner’s Aufenthalt in Magdeburg enthält. Die Annahme, dass diese Redaction in den zwanziger Jahren des 15. Jhs. entstanden sei, erhält dadurch eine weitere Stütze. – Die Ansicht Pfeiffer’s (Germania 9, 257 ff.), dass die in Wien liegende Deutsche Bearbeitung der Chronica novella im Jahre 1431 vollendet worden sei, halte ich für unhaltbar. Die Stelle der Einleitung, auf welche sich Pfeiffer beruft, besagt nur, dass der Bearbeiter mit der Erzählung der Ereignisse angefangen habe „van Konink Karolus tîden van Vrankrîken“ und sie heruntergeführt habe bis auf das Jahr 1431; dass er im letzteren Jahre auch geschrieben habe, geht aus seinen Worten keineswegs hervor.