Zum Inhalt springen

Topographia Sueviae: Schellenberg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Topographia Germaniae
Schellenberg
<<<Vorheriger
Salmanswyler
Nächster>>>
Schelklingen
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 167.
[[| in Wikisource]]
Schellenberg in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[167]
Schellenberg /

Eine Herrschafft am Eschnerberg gelegen / so ein lieblicher abgesonderter Berg / zwischen dem Hochgebürg / dem Rhein / vnd der Ill / gelegen / etwan der Edlen von Schellenberg so in Schwaben wol bekant / Stamm-Hauß. Die zerbrochene zwo Burgen / alt / vnnd new Schellenberg ligen zu oberst auff diesem Eschnerberg vom Wässerlein Eschau also genant / die eine gegen Feldkirch / vnd die andere gegen Rhein. Von denen von Schellenberg / ist solche Herrschafft an die Grafen von Werdenberg kommen; zu deren Zeit Anno 1405. die Burg Schellenberg von den Appenzellern / gewaltiglich erobert / vnd zerrüttet worden. Anno 1416. kam der Eschnerberg an Brandis durch Kauff / vmb 4000. Goldgülden / vnnd Anno 1507. Erbweiß an Graf Rudolphen von Sultz; Anno 1613. aber / verkauffte solchen Eschnerberg Graf Carl Ludwig von Sultz / Graf Casparn zu HohenEmbs. Die Völcker / so da wohnen / werden in Latein Estiones genant / vnd seyn in 3. Pfarren getheilet / als / Mauren / deren Collator, vnd Zehendherr / das Ritterhauß zu Veldkirch; Eschen / deren Collator, vnd ZehendHerr / die Abbtey Pfeffers; vnd dann Benderen / deren Collator das Closter daselbst / so Praemonstratenser Ordens ist: Wie hievon Johann Georg Schlee / in dem offtangezogenen Tractat / fol. 67. seqq. zu lesen. Johann Guler von Weineck / Ritter / schreibet in seinem Rhaetia hievon also: Vnter Schan gehet das Schellenbergisch Herrschafftlin an / dessen oberster Fleck ist Benderen / oder Beindür / das ist sehr hart von den Rhätiern genandt; darumb / daß er auff einem harten Felsen gebawt worden / darauff er noch / zu oberst am Spitz deß Eschnerbergs stehet / schier zurührs am Rhein. Die Pfarr allhie hat / nach Abgang S. Lucii Closters zu Chur / selbigen Titul erlangt.