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Topographia Saxoniae Inferioris:Mecklenburg

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Topographia Germaniae
Mecklenburg (heute: Dorf Mecklenburg)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1653, S. 181–182.
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[181]
Mecklenburg /

Ein Dorff / oder offner Fleck / nicht weit von Wißmar / im Hertzogtumb Mecklenburg. Obwoln offtangezogener Nehel sagt / es wolle fast niemand eigentlich wissen / wo die Statt Meckelnburg gestanden; so melden doch Lindebergius, vnd andere / daß / bey dem erwehnten Dorff Mecklenburg / allerley rudera, von der weyland mächtigen Statt dieses Nahmens zu sehen seyen. Man machet aber disen Orth gar alt / vnnd will Johannes Peters / in seiner Holsteinischen Chronick / lib. 1. p. 92. daß er mehr als 300. Jahr vor Christi Geburt / von Anthyrio I. der Herulen / [182] oder Obetriten / oder Mecklenburger Herren / vnnd ersten Hertzogen derselben / seye erbawet worden. Sie wirdt von vielen Megalopolis, vnnd Megapolis, vnnd die Mechelburger Megapolitani, genandt; welche aber Philippus Cluverius, in seinem herrlichen Werck von Alt-Teutsch-Land / außlachet; auch P. Bertius, in Beschreibung der Statt Wißmar saget / daß er gut rund seine Vnwissenheit bekenne / woher Theils das Hertzogthumb Meckelburg / mit einem zusammen gesetzten Griechischen Wort / Megapolensem etc. nennen. Vnnd was hat die Statt Megalopolis in Arcadia, für eine Gemeinschafft mit diesem vnserm Mecklenburg? So den Nahmen vom Kauffen / vnnd Verkauffen hat. Dann weilen diese Statt Mecklenburg der Wendischen Könige / als deß Bilungi, Misilai, Mistevi, Pribislai, etc. Hoffhaltung war / so wurde da grosse Kauffmanschafft getrieben: Daher noch in den SeeStätten / das Wort Mecklen so viel bedeutet / als einen Vnderkäuffler abgeben; wie dann auch das Wort Meckler so vil / als ein Vnterkäuffler / Mittelsmann / Pararius, oder Proxeneta, bey den Kauffshandlungen ist. Daß also Mecklenburg nichts anders hiesse / als eine Handels-Statt. Obgedachter Lindebergius erzehlet in der Rostochischen Chronick / ihre Magnificentz / vnnd sagt / daß sie fast zwo Teutsche Meilen in der Länge / vnnd fünff im Vmbkreiße / gehabt habe / lib. 1. cap. 8. Vnd hatte der Heydnischen Wenden Abgott / oder Götze / allhie einen vornehmen Tempel. Siehe oben Gadebusch. Käyser Otto der Erste / hat hernach ein Bistumb allda gestifftet / vnd den Thumb gebawet; welches Bistumb aber hernach vmbs Jahr 1170. nach Swerin verlegt worden; wie vnten bey Schwerin zu lesen. Dann / zun Zeiten Käysers Friderici I. oder Barbarossae, diese weyland grosse vnnd mächtige Statt / Hertzog Heinrich der Löw auß Sachsen / eingenommen; vnnd hernach ihr aigner Fürst Pribislaus, Nicoloti Sohn / der letzte König der Obetriten / vnversehens überfallen / vnnd alles was er von Flämingen / oder Niderländern vnnd Sachsen / darinn gefunden / erstochen / vnnd die Statt der Erden gleich gemacht hat; wie Helmoldus lib. 2. Chron. Slavorum, cap. 2. Cyriacus Spangenberg / in der Manßfeldischen Chronick / cap. 226. folio. 264. obgedachter Lindebergius, vnnd andere mehr / berichten. Ist also nichts beständigs in diser Welt / vnd was vor Jahren ein mächtige Statt gewesen / anjetzo ein offener Flecken / oder Dorff ist. Es hat gleichwol noch von ihr das gantze Land den Nahmen / von welchem / vnd ihren jetzigen Fürsten oben im Eingang dises Tractats / gesagt worden ist.