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Todesboten

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Textdaten
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Autor: Johann Hofmann
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Titel: Todesboten
Untertitel:
aus: Sagen, in: Alemannia, Band XIV, S. 287–288
Herausgeber: Anton Birlinger
Auflage:
Entstehungsdatum: 1669
Erscheinungsdatum: 1886
Verlag: Adolph Marcus
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Erscheinungsort: Bonn
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA*, Commons
Kurzbeschreibung: im VD17 unter der Nummer 12:628276P
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Bearbeitungsstand
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[287] 4 TODESBOTEN[1]

Joh. Hofmann war, als er von Gießen 1654 nach Trarbach berufen worden, schon verheiratet. Seine Schwigereltern nannten Trarbach nur Traurbach und ließen von diser Namensaussprache nicht ab, ebenso wenig der „Marpurger Bott“ der im auf seiner Reise biß Mainz herauf Gesellschaft leistete. An „Traurbach“ anknüpfend erzält H. eine sonderbare Geschichte, die in den Todesboten Kempfs oder eines Stockhausen, worinn vile änliche Dinge sten, gut hätten Plaz finden können. Hören wir: „Ob sich nun gleich alles bereits erwehnter massen glückhafft und wol bei mir angelassen, so hat sich doch zugetragen, da ich kaum bei anderthalb Jaren dort gewont, daß in der vorgehenden Nacht des Aposteltags Mathiae Morgens um 3 Uhr sich erstlich bey der vor meinem Ruhbett stehenden Wiegen, in einem gar kleinen Bezirck, dem ungefären Ansehen nach bey 50 blaulicht flammende Liechtlein haben sehen lassen, welche den angezündten Schwefel-fädemlin [288] nicht ungleich geschienen. Als ich mich aber im Bett aufgerichtet dieses Gesichte desto besser zu betrachten, wurde ich gewar, daß nicht allein zwei davon auf die Wiegen gefallen waren, sondern es hatte sich auch eines auf meine linke Hand und zwar an den also genannten Goldfinger, eben an dem Ohrt, da man die Ringe zu tragen pfleget, unversehens gehänget. Solches hat mir nun, als etwas Ungewöhnliches, endlich mehr Entsetzen dann vorhero, allmählich verursacht, daß ich nicht nur mit der Hand samt dem Liechtlein, sondern zumal mit dem ganzen Leib unter die Decke gefahren, worauf sich, da ich bald hernach wieder herfürschaute, alle solche Liechtlein gänzlich verloren. Welche Erzehlung gar kein Traum, sondern ein wahrhaftes Gesicht gewesen, indem ich völliglich gewacht und nach diesem weder selbsten noch meine mitwachende Seelig Ehfrau biß an den verlangten hellen Morgen uns einigen Schlaf in die Augen kommen laßen.“ JHofmann sprach mit Verständigen, mit Theologen darüber, allein deuten wollte ers gerade nicht. Den Sonntag darauf feierte er mit den Seinigen in Buße und mit Genuß des Abendmahles, fiel im aber nicht ein, daß das Vorzeichen, Todesboten seiner Frau und eines seiner zwei Kinder sei. „Aberglaub“ wär es, die Deutung selbst zu machen!


  1. Quelle Alem. XIV 102 Anmerkg. Hofmann, der das berichtet, ward von 1667 ab Rektor in Eßlingen.