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Th. Jablonski: Allgemeines Lexicon: Vorbericht

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Textdaten
Autor: Johann Theodor Jablonski
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Titel: Vorbericht
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aus: Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschafften
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1721
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans
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[1]
Vorbericht.

Die Mode herrschet unter den Büchern nicht minder wie unter allen übrigen in dem menschlichen Umgange vorkommenden Dingen / und wer in den Buchladen nicht gar ein Fremdling ist / kan den Beweiß aus eigener Erfahrung hernehmen. Allein bey dem vor Händen habenden Werck zu bleiben / so ist genugsam bekannt / was für einen allgemeinen Beyfall und Belieben / die unterschiedlichen Lexica gefunden / so über mancherley besondere Wissenschafften / Künste und Handthierungen in Teutschland und anderswo verfertiget worden. Der bequeme[WS 1] Gebrauch derselben / indem sie ohne Mühe finden lassen / was man suchet / hat sie angenehm gemacht / und der Nutz / weil sie in einer Kürtze lehren / was man zu wissen verlanget / hat ihren Gebrauch angepriesen.

Eben dieses hat auch zu gegenwärtigem Werck Anlaß gegeben / so daß der Verfasser der Mühe / sein Unternehmen zu rechtfertigen / sich wol überheben kan / und bloß von der Art und Weise / wie er dasselbe auszuführen ihm vorgesetzet / zum Dienst des geneigten Lesers / Nachricht zu geben / für nöthig erachtet.

Die Beschreibung der natürlichen Dinge ist man beflissen gewesen / also zu fassen / daß zuförderst das Wesen und die vornehmsten Eigenschafften eines jeden derselben kurtz und deutlich vorgestellet / so dann ihr bekannter / es sey gemeiner oder besonderer [2] Nutz und Gebrauch angezeiget / folgends die dabey etwa beobachtete Seltenheiten nicht vorbey gelassen / und zuletzt eine lehrreiche Anmerckung oder geheime Deutung / wo sie statt gefunden / hinzugesetzet worden.

So viel die Wissenschafften betrifft / hat man die Theologie / imgleichen die Historie / Geographie und Genealogie / mit dem was dahin eigentlich gehöret / als welche besonderer Abhandelungen werth / und darin vorhin andere geschickte Männer ihren Fleiß der Welt rühmlich dargeleget / an die Seite gesetzet: bey den übrigen aber das Absehen dahin gerichtet / daß die Art und der Zweck derselben, / und einer jeden besonders angedeutet / dasjenige / womit sie eigentlich umgehen / und wozu sie dienen / bemercket / die Mittel / wie sie zu erlernen / gezeiget / und also ein wo nicht ausführlicher doch gründlicher Begriff und Vorstellung davon gegeben werde.

Unter den Wörtern / so in dem täglichen Umgange unter allerley Weltgeschäfften / von Kriegs- und Friedens-Händeln / am Hof / bey der Armee / und in der Stadt / in Raths- Gerichts- und Kauf-Häusern / beym Land- Feld und Garten-Bau / bey der Seefahrt / ritterlichen und anderen Ubungen / u. s. w. so dann bey Künsten und Handwercken / oder auch in den Zeitungen / vorkommen / hat man insonderheit diejenigen herfür gezogen / da die Sache selbst eine Beschreib- oder Erläuterung erfordert / diejenigen aber / da es bloß auf die Bedeutung des Worts ankömmt / und die offt ohne Noth aus fremden Sprachen übernommen werden / den gemeinen Wörter-Büchern überlassen wollen.

[3] Wo ein Teutsches Wort auf Lateinisch oder Frantzösisch hat gegeben werden können / sind solche Benennungen hinzugesetzet worden / damit der Gebrauch des Buchs allgemeiner / und auch denen gedienet werde / die in solchen Sprachen etwas antreffen / darüber sie gerne unterrichtet wären.

Die Autoren / derer man sich bey Verfassung des Wercks vornemlich bedienet, hat man nicht nur an jedem Orte angezeiget / sondern auch ein besonderes Verzeichniß ihrer Wercke hie angehänget / damit diejenigen / so ein mehrers nachzulesen verlangen / so gleich sehen / wo sie ihr Genüge finden mögen. Um deswillen sind durchgehends gemeine Bücher / und die in jedermans Händen herum gehen / eingeführt / wiewol in dem Wercke selbst noch viele / so nicht in die Verzeichniß gekommen, angezogen worden.

Die Menge und Vielfältigkeit der Materien / und die Entlegenheit der Druckerey / so dem Verfasser nicht verstattet / weder das Werck auf einmal gantz beysammen zu sehen / noch auf den Druck selbst acht zu geben / haben ein und andere Fehler nach sich gezogen / die doch hoffentlich so beschaffen / daß sie einen aufmercksamen Leser nicht leicht irren / und er in Betrachtung der allgemeinen Fehlsamkeit / so der menschlichen Schwachheit anhänget / geneigt zu entschuldigen belieben wird / allermaßen ihn hierum geziemend zu ersuchen / man nicht umgehen sollen.

Man wird sich glücklich achten / wenn die geringschätzige Arbeit gewogene Leser wird angetroffen haben / und wünschet / daß sie vielen zum Dienst und Wohlgefallen seyn mögen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: beqveme