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TBHB 1943-01-18

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Hans Brass
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Titel: TBHB 1943-01-18
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Entstehungsdatum: 1943
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Originaltitel: Montag, 18. Januar 1943.
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung: Ungekürzte Tagebuchaufzeichnungen vom 18. Januar 1943
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Einführung

Der Artikel TBHB 1943-01-18 zeigt die ungekürzten Tagebuchaufzeichnungen von Hans Brass vom 18. Januar 1943. Diese Aufzeichnungen erstrecken sich über zwei Seiten.

Tagebuchauszüge

[1]
Montag, 18. Januar 1943.     

[1]      Hieronymus:

     Für einen strenggläubigen Katholiken besteht der Teufel nur als Urheber des Bösen, nie aber als das schöpferische Prinzip. Er ist – u. doch auch nicht – eine Art Widersacher Gottes. Für mich (Pascoaes) hat das Böse seinen Ursprung in einem Verhängnis der Schöpfung, die weniger vollkommen sein mußte als der Schöpfer. Wir können seine Daseinswirklichkeit nicht dadurch [2] umgehen, daß wir es in einen Schatten verwandeln, einfach in das Nichtvorhandensein des Guten, gemäß der Dialektik Augustins. Das Böse ist die Schöpfung selbst, hinsichtlich der Artbeschaffenheit vom Schöpfer getrennt. Ohne diesen nach unten weisenden Abstand würde sich der Urheber in nichts von seinem Werk unterscheiden. Immer fließt das Wasser in einer von der Quelle wegführenden Richtung, – im Entspringen fällt es. Diese Beschränkung der Allmacht Gottes ist das Kreuz. Das Böse erscheint in der Kreatur als ein Stigma ihrer Minderwertigkeit, oder sagen wir ihrer Bedingtheit; u. in ihr, der Kreatur, erscheint das religiöse Gefühl als Kennmal des Schöpfers, als der geheimnisvolle Punkt, worin Geschöpf u. Schöpfer eins werden. ....

     Abends:

     Die Bombe, die wir gestern abend hörten u. die unser Haus ganz erheblich erzittern ließ, ist in Ribnitz herunter gegangen. Das Flugzeug scheint von der Rostocker Flak angeschossen gewesen zu sein u. mußte notlanden, vorher warf es seine Bombe ab, u. zwar über dem Wasser des Bodden. Die Besatzung, vier Mann, sprang mit Fallschirm ab u. landete wohlbehalten bei Damgarten, wo sie gefangen genommen wurde. Obwohl die Bombe ins Wasser gefallen ist, spricht man doch davon, daß es acht Tote gegeben hat u. zahllose zertrümmerte Fensterscheiben. – So erzählte mir Erichson, der Nachmittags mit Frau Ristow hier war, um sich zu verabschieden. Er war vierzehn Tage hier, doch haben wir ihn in dieser Zeit nicht gesehen. – Martha liegt mit Kopfschmerzen zu Bett, sie war gestern Abend schon nicht wohl, hoffentlich wird es nicht schlimm. – Von Ruth, Marthas Tochter, ein langer Brief. Sie versucht wohl, einzulenken. Es soll mir recht sein, aber ich kann mich dafür nicht mehr interessieren.