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Sponsel Grünes Gewölbe Band 4/Tafel 53

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Tafel 52 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 4 (1932) von Jean Louis Sponsel
Tafel 53
Tafel 54
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TAFEL 53
PERLMUTTERSCHNITZEREI
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[146] Die Platte zeigt, in Hochrelief, August den Starken in römischer Tracht auf kurbettierendem Pferde, ähnlich wie auf dem Reiterdenkmal in Dresden-N., die Rechte in die Hüfte gestützt, mit wehendem Hermelinmantel. Die Fassung, in vergoldetem Silber getrieben, weist einen Baldachin, eine Trophäengruppe, Ranken und Muschelwerk auf. Die Bekrönung: ein gekrönter Adler, um den Hals das Goldene Vlies; unten ein gekrönter Drache auf blauem Emailgrund. – Beschau Görlitz und Marke = IAK.

VI. 80. 1733 Pretiosenzimmer, S. 515, N. 197: Ihro Maj. des Höchstseel. Königes Augusti Bildnus zu Pferde in Perl Mutter geschnitten und in verguldt Silber gefaßet … Unten ist ein Bleumourant Schildgen und auf solchen ein verguldter Wurm.

Von den Perlmutterschnitzern des 18. Jahrhunderts käme als Meister des außerordentlich gelungenen Stückes etwa der Kasseler J. W. Kirchner (gest. 1793) in Betracht, von dem das Museum in Weimar ein Medaillonporträt Augusts des Starken, Brustbild im Harnisch, besitzt, das nach einem Wachsrelief im Landesgewerbemuseum zu Stuttgart bestimmt wird. (Pazaurek, Perlmutter, Pantheon 1929, S. 454, zu der Ausstellung in Stuttgart.) Auch der Braunschweiger Hauschka und der in Mitau tätige Graefenstein haben Reliefbildnisse geschaffen.