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Sponsel Grünes Gewölbe Band 3/Tafel 46

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Tafel 45 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 3 (1929) von Jean Louis Sponsel
Tafel 46
Tafel 47
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TAFEL 46
DREI STÜCKE VOM OBELISCUS AUGUSTALIS:
DECKELSCHALE AUS CHALZEDON MIT GOLDENER UHR.
ADLER AUS ELFENBEIN AUF GOLDENEM POSTAMENT
ÜBER STUFEN AUS CHALZEDON.
GOLDENE VASE, AUSSEN UND INNEN MIT
EMAILMALEREI BEDECKT
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[258] Drei Zierstücke von dem Obeliscus Augustalis auf Tafel 44.

Links: Runde Schale aus Chalzedon mit schmalem runden Fuß in ziselierter Goldfassung mit hellblau emaillierten Behängen. Die halbkugelige Schale hat am Rand einen hellblau emaillierten Behängesaum, von dem jeder Teil mit einem Diamanten besetzt ist. Der flach gewölbte Chalzedondeckel ist inkrustiert mit Rubinen und kleineren Demanten. Obenauf steht über einem Diamantreifen auf geschweift verjüngtem Sockel eine Uhr von der Größe einer kleinen Damentaschenuhr mit einem auf Gold emaillierten Zifferblatt mit blanken Goldziffern. Der Rand der Uhr hat beiderseits einen Diamantreifen und ist nach beiden Schmalseiten mit zwei Drachenbüsten über emaillierten Akanthusblättern besetzt. Obenauf steht eine goldene antike Büste mit grün emailliertem Gewand. Der Uhrdeckel ist in farbigem Relief emailliert mit einer von Ranken umgebenen Fruchtschale. Die seitlichen Akanthusranken enden in Ösen, die heute leer sind.


Mitte: Adler, aus Elfenbein geschnitzt, in den Fängen Szepter und Schwert auf einem goldnen Postament über einem Stufensockel aus grauem Chalzedon. Das Postament hat vorn und hinten einen hellblau emaillierten Schild aufgelegt, auf dem das ausgeschnittene goldne Monogramm Augusts des Starken unter einer weiß emaillierten Königskrone sitzt. Die seitlichen Ausläufe des Postaments sind mit ziselierten Akanthusranken belebt. Diamanten sitzen oben und auf den Seiten.


Rechts: Goldne, mit Emailmalerei überdeckte Vase, von der nur der Rand des Fußes und der Knopf des Deckels ausgenommen ist. Dieser mit Gehängen ziselierte goldne Knopf hat noch einen Reifen mit abwechselnd Diamanten und Rubinen in Silberfassung. Das Email am Fuß und unteren Wulst der Vase ist auf rosa Grund mit weißen Oliven radial gemustert. Der Vasenmantel hat auf grauem Grund drei Medaillons in schwarzer Rahmung zwischen hellroten Festons, die ein menschliches Antlitz einfassen. Die drei Medaillons enthalten Landschaften. Ähnlich sind auf dem Deckel zwischen hellroten Festons drei Medaillons mit Landschaften verteilt. Der Rand hat Schuppenmuster zwischen drei Akanthusbügeln. Die Vase ist nur zu öffnen an dem Knopf über dem Juwelenreifen. Im Innern ist die Vase in Email bemalt, am Boden mit einem Frauenbildnis, ringsum mit Ranken und der Umschrift: Wie kann das sein, ins Loch hinein. – Die Lösung der Frage besteht darin, daß der Schalenmantel abgesondert von dem Unterteil der Vase bis zu dem Saum über dem Wulst hergestellt und emailliert wurde, und daß beide Teile dann zusammengelötet wurden. Die Verbindungsstelle ist darauf mit Email überdeckt worden.