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Sonntag in Holland

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: –th.
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Titel: Sonntag in Holland
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 313, 320
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1885
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[313]

Sonntag in Holland.
Nach dem Oelgemälde von Klaus Meyer.

[320] Sonntag in Holland. (Mit Illustration S. 313.) Der Künstler giebt in der Benennung seines Bildes gleichzeitig eine vollständige Erklärung desselben; aber auch ohne seine ausdrücklichen Angaben wäre eine Verkennnng insbesondere des Landes, dem er seine lebensvollen Figuren entnommen, wohl kaum möglich. Das Innere der Wohnung und die Kleidung der Personen weisen unzweifelhaft auf Holland hin. Daß es aber ein Sonntag war, an welchem allein der Künstler das anziehende Familienbild erfassen konnte, das dürfte ebenso wenig zweifelhaft sein. Nicht blos des aus der Bibel vorlesenden Mädchens wegen: an Werkeltagen, und besonders am hellen Nachmittage, wie er auf dem Bilde durch die lebhaft einfallenden Sonnenstrahlen angedeutet wird, hat der fleißige Holländer sicher keine Muße, sich festlich zu kleiden und im trauten Kreise der Angehörigen der Ruhe zu pflegen. Lebendig empfunden und zugleich echt holländisch ist übrigens auch die charakteristische phlegmatisch-fromme Andacht, mit welcher die Zuhörer vom Papa bis zum Brüderchen der seelenrnhigen Vorleserin lauschen.

Klaus Meyer, der treffliche Künstler unseres Bildes, von Geburt ein Hannoveraner, hat durch seine Schöpfungen vielfaches und berechtigtes Aufseheu erregt. Eigen ist namentlich allen seinen Bildern ein überaus lebhaftes Spiel des Tageslichtes und einfallender Sonnenstrahlen auf Wänden und Figuren. Wir hoffen, unseren Lesern mit der Zeit noch weitere Schöpfungen des Meisters vorführen zu können. –th.