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Serenade (Hauff)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Wilhelm Hauff
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Titel: Serenade
Untertitel:
aus: W. Hauffs Werke, Bd. I, S. 21–22
Herausgeber: Max Mendheim
Auflage:
Entstehungsdatum: 1824
Erscheinungsdatum: 1891
Verlag: Bibliographisches Institut
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Erscheinungsort: Leipzig und Wien
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Quelle: Scans auf commons
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[21]

Serenade.

Wenn vom Berg mit leisem Tritte
Luna wandelt durch die Nacht,
Eil’ ich zu des Liebchens Hütte,
Lausche, ob die Holde wacht.

5
Seh’ ich dort die Lampe glühen

In dem stillen Kämmerlein,
Möcht’ ich wie der Lampe milder Schein
Spielend um die zarten Wangen ziehen.

     Mit des Lichtes schönsten Strahlen

10
Zög’ ich um mein liebes Kind,

Farben wollt’ ich um sie malen,
Wie sie nur am Himmel sind;

[22]

Sänke Schlummer ihr aufs Auge,
Löschte sie des Lämpchens Schein,

15
War ihr letzter, süßer Blick noch mein,

Und ich stürbe sanft an ihrem Hauche.

     Nimmer darf ich um sie weben,
Wie der Lampe milder Schein,
Doch mein Lied darf zu ihr schweben,

20
Darf der Liebe Bote sein.

Schwebt denn Töne meiner Laute
Zu des Liebchens Kämmerlein,
Wieget sie in süße Träume ein,
Und dann flüstert: „Denke mein, du Traute!“