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Seite:Thomas Lirer Schwäbische Chronik.djvu/20

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Also zugent sie auff Vlm vnd zwungent sie auch mit gewalt wider zuo cristenlichem glauben. wann sie woltent Hercules von Wullenstetten nit gehorsam sein. Allso gewunnen sie es. Vnd gab leüt vnd guot rechten zehent. vnd alle andere nützung in das gotzhawß do der Patriarch innen was. Das man datzuomal nannt die sälig Reichenaw. vnd solt darüber ain beschirmer vnd vogt haissen. vnd sein ain hertzog von Schwaben. als hernach stat. Vnd ward bestetigt ewig vnd ymmer zuohalten. Do fieng man an die Auw zuo bauwen vnd ain schön münster zuo machen. vnd ward gestifft vnd angesehen ob ain fürst ain graff oder ain freier herr ain kind het. vnd nit so vil guots das er ym gehelffen möcht nach seinem stand. der möcht ain sun hinein thuon das er gaistliche zucht vnd die buoch lernete. biß er zuo seinen tagen käme so möcht er dann gaistlich werden ob er wölte. oder in die welt kumen. deß het er seinen freien willen. Doch so solt man kainen rittermessigen noch kainen burger dar ein auff nemen. Nun was der kayser Kurio vast alt worden. vnd het gebauwen ain waidenliche starcke vesten die hieß er Dockenburg nach seiner frawen Docka. vnd gab die seiner frawen. vnd satzt sich darauff vnd wont er bei ir. Sein schilt was weiß mit aim schwartzen wind. der het ain gelb windpand Vnd macht ain kloster nit ferr dauon das hieß Fischingen. Vnd starb der kayser Kurio do man zalt von der gebuort Cristi hundert vnd zwaiundsibentzig iar. Vnd ward begraben in dem kloster Fischingen.


Empfohlene Zitierweise:
Thomas Lirer: Schwäbische Chronik. Ulm: Konrad Dinckmut, 1486, Blatt 9v. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Thomas_Lirer_Schw%C3%A4bische_Chronik.djvu/20&oldid=- (Version vom 1.8.2018)