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Seite:Rauschgiftpatrouille.pdf/50

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„Du lügst!“ rief sie heiser und doch ohne echte Empörung. Sie rief es nur, weil Edda und deren Verlobter mit anwesend waren und von ihr doch zweifellos eine scharfe Äußerung erwarteten. Nur deshalb.

Denn – seltsam genug! – gerade jetzt, wo sie Tschanda durch Oliver Brex bedroht sah, war urplötzlich das in ihr erwacht, was bisher nie in wahrer Wärme vorhanden gewesen: Das Muttergefühl!

Tschanda blickte die Frau, die ihr das Leben gegeben, groß und kalt an. Ihr eigenartig anziehendes Gamingesicht, das überall auffallen mußte, blieb steinern wie stets.

„Hat Edda Denunziantin gespielt?!“ meinte sie leichthin. „Nun gut, – – ich habe gelogen. Ich bin nicht feige. Ich war in der Padischah-Diele und habe getanzt. Wollt ihr etwa hier über mich zu Gericht sitzen …?! Es macht fast den Eindruck.“

Ihr Atem traf die zitternden Nasenflügel ihrer Mutter, und Frau Theresa wich langsam zurück.

„Du … hast Opium geraucht, Tschanda …“, flüsterte sie mit trockener Kehle …

„Ja – – auch das!“

„Aber nicht das unschädliche reine Tschandu, sondern Droß, die Rückstände aus den Pfeifen“, hauchte Theresa angstvoll. „Droß ist Gift, wird mit Betel und Tamarindensaft vermischt und erzeugt ärgste Beschwerden … Dein Atem riecht

Empfohlene Zitierweise:
W. von Neuhof: Rauschgiftpatrouille. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1933, Seite 50. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Rauschgiftpatrouille.pdf/50&oldid=- (Version vom 1.8.2018)