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Seite:Lieder und Balladenbuch-Strodtmann-1862.djvu/270

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„Die Theilung muss leider, mein Prinz! unterbleiben,“
Versetzt der Notar, „denn es steht in dem Schreiben:

130
     Und weiter verfüg’ ich, es werde beschert

     An Thomas kein Pfennig, noch Pfenniges Werth!

Es lagerten Säcke voll Gold ihm im Keller,
Doch sah ich ihn nimmer verleihn einen Heller;
     Nie half er dem Bruder … Was nützt ihm sein Geld,

135
     Das keinen Genuss ihm verschafft in der Welt?


Mein Alfred versteht zu genießen das Leben,
Doch Thomas alleinzig nach Golde zu streben;
     Sein Bruder verschwendet, ein Sammler ist er -
     Sei Thomas der Hüter denn, Alfred der Herr!

140
Alljährlich zum Lohn für getreues Verwalten

Mag Thomas zweitausend Dukaten erhalten,
     Und Alfred genieße des Lebens Gewinn,
     Des Vaters gedenkend, mit fröhlichem Sinn!“

So hatt’ es der König, der gute, beschlossen.

145
Prinz Alfred hat lustig sein Leben genossen;

     Prinz Thomas bewahrte und mehrte sein Geld,
     Vom Vater zum Hüter der Schätze bestellt.