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Seite:Liebe (Hennie Raché).djvu/32

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es zu ihm gekommen, ohne dass er eine Hand darnach ausgestreckt hatte.

Und er griff mit den Händen in die Luft, als wolle er es jetzt fassen und halten ... und nie, nie mehr loslassen ..


4.

Leonore Welti bewohnte in der Esplanade eine reizende Etage. Klein, nicht ganz modern, aber von der soliden Vornehmheit der alten Hamburger Patrizierhäuser.

Lea hatte sich, als ihre Eltern vor vier Jahren starben, eine alte Tante von Berlin verschrieben, vielmehr Grosstante, – nicht etwa, um den Sitten Konzession zu machen, sondern um jemand zu haben, der ihr jede Sorge um die Haushaltung abnahm. Häusliche Sorgen verabscheute sie und Dienstbotenplagen waren ihr ein Greuel.

Die Tante, eine alte, grämliche Frau, war arm und daher froh, in ihrem Alter einen behaglichen Schlupfwinkel zu finden, in dem sie nach Belieben schalten konnte, wenn sie nur ihre Nichte unbehelligt liess.

Und nach einigen fruchtlosen Versuchen,

Empfohlene Zitierweise:
Hennie Raché: 'Liebe. Roman'. G. Müller-Mann’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1901, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Liebe_(Hennie_Rach%C3%A9).djvu/32&oldid=- (Version vom 24.10.2016)