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Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/400

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der Feinde auf die Werke, wie auch jene Juden zurückzuschlagen, die von der Mauer herab eine Störung der Arbeiten versuchen sollten. 264 Im Nu waren die Bäume geschlagen, und die Gegenden um die Stadt herum öde Flächen. Doch blieb man auch auf Seite der Juden, während die Römer die Stämme zu den Dämmen zusammenschleppten, und das ganze Heer sich auf die Belagerungsarbeiten warf, durchaus nicht müßig, 265 und so konnte es auch nicht ausbleiben, dass das Volk, welches unter beständigen Plünderungen und Metzeleien gelitten, jetzt endlich wieder Muth bekam. Denn es glaubte doch jetzt, wo sich seine Peiniger mit den äußeren Feinden ernstlich beschäftigen mussten, wieder einmal aufathmen und sogar an den Schuldigen Rache nehmen zu können, wenn die Römer einmal das Uebergewicht bekämen.

266 (3.) Johannes machte aus Furcht vor Simon keine Ausfälle auf die Römer, so sehr auch seine Leute vor Begierde brannten, gegen die Feinde vor den Thoren zu ziehen. 267 Desto rühriger aber war Simon, der auch zunächst von der Belagerung berührt war. So pflanzte er die dem Cestius früher abgejagten Geschütze, wie auch jene, die man bei dem Sturme auf die Besatzung der Antonia erobert hatte, auf der Mauer auf. 268 Allerdings konnten die meisten seiner Streiter aus diesen Beutestücken gar keinen Vortheil ziehen, weil sie damit nicht umzugehen verstanden; die wenigen aber, die sich die Bedienung derselben von den Ueberläufern hatten zeigen lassen, schossen mit diesen Geschützen herzlich schlecht: dafür aber schossen sie um so besser mit Feldsteinen und Bogen von der Festungsmauer auf die Dammarbeiter und machten in einzelnen Abtheilungen Ausfälle, um mit ihnen anzubinden. 269 Doch waren die arbeitenden Soldaten gegen die Geschosse durch Weidengeflechte geschützt, die auf die Pfahlwerke aufgespannt wurden, gegen die Ausfälle aber durch ihre trefflichen Geschütze, mit welchen alle Legionen ausgerüstet worden waren: namentlich zeichnete sich die zehnte Legion durch ihre besonders weittragenden Katapulten und überaus großen Steinschleudern aus, die sie in den Stand setzten, nicht allein alle herausstürmenden Juden, sondern selbst die Vertheidiger von der Mauer zurückzutreiben. 270 Die damit geschleuderten Felsstücke waren von Centnerschwere und sie giengen zwei Stadien weit, ja, noch darüber. Ihre Wucht schmetterte ganz unwiderstehlich nicht bloß jene nieder, die sie zunächst trafen, sondern auch noch solche, die sich viel weiter rückwärts befanden. 271 Indes konnten die Juden sich anfänglich besser vor diesen Steingeschossen inacht nehmen, weil sie von weißer Farbe waren und sich so nicht bloß durch ihr Sausen verriethen, sondern auch schon an ihrem Aufleuchten von Ferne kennbar waren. 272 Nun hatten die Juden auf den Thürmen auch Aufpasser sitzen,

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 400. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/400&oldid=- (Version vom 1.8.2018)