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Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/347

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ihrer unheilvollen Kraft beraubt und ins Gegentheil, in ein sehr gesundes und befruchtendes Wasser verwandelt worden sei. Als Schüler und Nachfolger des Elias 461 hatte er bei den Einwohnern Jerichos nicht bloß eine Herberge gefunden, sondern war auch von den Leuten dort äußerst freundlich behandelt worden, was er ihnen, wie der ganzen Gegend, mit einer Wohlthat für ewige Zeiten lohnte. 462 Er gieng nämlich zur Quelle hin und senkte ein Thongeschirr voll Salz in die Flut hinab, worauf er seine unbefleckte Hand zum Himmel emporstreckte und ein heilkräftiges Trankopfer auf die Erde hingoss, mit der Bitte an die letztere, sie möchte nach Gottes Willen der Flut ihre Herbigkeit nehmen und süßere Wasseradern eröffnen: 463 an den Himmel aber, er möchte seine würzigsten Lüfte um die Quellflut spielen lassen, den Eingebornen reichen Ernte- und Kindersegen gewähren und nicht gestatten, dass dies in zweifacher Hinsicht lebenspendende Wasser jemals wieder versiege, so lange sie gerecht blieben. 464 Durch diese Gebete in Verbindung mit vielen, nur Eingeweihten bekannten, Handlungen, die er vornahm, verwandelte er die Natur der Quelle, deren Wasser von da an reichen Kindersegen und Wohlstand verbreitete, wie es in früherer Zeit Kinderlosigkeit und Hungersnoth verschuldet hatte. 465 Es entwickelt nämlich bei der Bodenbewässerung eine solche Kraft, dass es selbst durch eine oberflächliche Benetzung des Erdreiches wohlthätiger wirkt, als andere Quellen, die bis zur völligen Durchtränkung im Boden sitzen bleiben. 466 Während also der Nutzen, den man von anderem Wasser auch bei reichlicherer Verwendung erzielt, oft nur ein unbeträchtlicher ist, genügt von diesem nur ganz wenig zu einem großen Ertrage. 467 Denn diese Quelle bewässert für sich allein eine größere Strecke, als alle übrigen zusammengenommen, da sie sich auf eine Ebene von 70 Stadien Länge und 20 Stadien Breite vertheilt und auf ihr die schönsten und buschigsten Baumgärten hervorzaubert. 468 Die Palmenarten, die an ihrem Wasser gedeihen, sind sehr mannigfaltig und haben, wie den verschiedensten Geschmack, so auch unterschiedliche Benennungen. Die fetteren Fruchtarten geben beim Keltern sogar reichlichen Honig, der dem gewöhnlichen Honig an Güte nicht viel nachgibt. 469 Uebrigens bietet die Gegend auch Bienenschwärmen reiche Nahrung, wie sie auch den Balsam, bekanntlich das kostbarste aller dortigen Erzeugnisse, außerdem noch den Cyperbaum und die Behennuss trägt, so dass man nicht zu viel behaupten würde, wenn man sagt, es sei ein geradezu himmlisches Stück Erde, da das allerseltenste und allerschönste so üppig hier gedeiht. 470 Denn es dürfte wohl, was Fruchtbarkeit anbelangt, nicht leicht eine andere Gegend auf der uns bekannten Erde sich mit Jerichos

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 347. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/347&oldid=- (Version vom 1.8.2018)