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Seite:Holzwarth Passionsbilder.djvu/223

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Für ihn, ach gönnten’s mir die Feind,
Daß ich mein Leben gebe!
Es ist noch fruh! doch nit zu fruh!
Mein Lieb’ ja allzeit wachet!

Marta.

2145
Auch ich leb ohne alle Ruh’,

Die Sorg’ mir bange machet.

Magdalena.
Und ich kann keinen Augenblick
Der g’ringsten Ruh’ genießen.
Nur Jesu ist mir Freud und Glück,

2150
Der soll mir’s Leid versüßen!


Marta.
Nur Jesu bringet Freud auch mir,
O Jesu ich dich liebe!

Maria.
Und ich noch größ’re Qualen spür’,
Weil ihn als Sohn ich liebe. –

2155
Johannes wirst erinnern doch

Dich annoch deiner Worten,
Daß heut seh meinen Sohn ich noch,
Es sei an was für Orten.
Drum führ’ all’ Drei uns jetzt dorthin,

2160
Wo wir ihn sehen können.

Ach! wo wir wenigst sehen ihn!
Wer sollt’ uns Das nit gönnen?

Johannes.
Des Caiphas Haus war jener Ort,
Wo ich von ihm mußt scheiden.

2165
Ich glaub ohn’ Zweifel, daß er dort

Auch heut noch Viel muß leiden.
Es kommt heut dort der Rath zusamm’
Der Priester und Gelehrten,

Empfohlene Zitierweise:
Franz Joseph Holzwarth: Passionsbilder. Franz Kirchheim, Mainz 1856, Seite 217. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Holzwarth_Passionsbilder.djvu/223&oldid=- (Version vom 1.8.2018)