Zum Inhalt springen

Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/051

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


Ihre Lamentationen! unterbrach ihn Eustach. In wenig Monaten ist es überstanden, und sie ist schön und blühend wie Sie früher sie gekannt haben.“

„Lieber Fürst, sagte Cornelie ihm freundlich ihre kleine abgemagerte Hand reichend, wer hat denn je zu einer Dame gesagt: Wie sehen Sie aus! – Das ist ja gegen alle Sitte!“

Dem Fürsten wurden die Augen feucht: „Und Sie mögen noch scherzen? und Sie sind noch heiter? mein Gott, das ist bewundernswerth, denn Sie müssen ja fürchterlich leiden um Sich dermaßen verändert zu haben.“

Er fühlte ein leises Zucken ihrer Hand, die er noch in der seinen hielt. Aber sie sprach gelassen:

„Nicht doch! so wie ich mich jezt arrangirt habe leide ich wenig .… oder gar nicht. - Und nun nichts mehr von Gesundheitsfragen!“

Das Gespräch nahm eine andre Wendung. Als aber Gotthard und Eustach allein war, rief er:

„Aengstigen Sie Sich denn nicht halbtodt um die Gräfin? eine solche Veränderung binnen Jahresfrist bei einer jungen, starken, schönen Frau ist unnatürlich, Sie wird sterben!“

„Lieber Fürst, sagte Eustach höchst ruhig, man sieht wol daß Sie unverheirathet sind. Das wäre ja entsetzlich wenn ein Mann sich dermaßen

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 50. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/051&oldid=- (Version vom 31.7.2018)