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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/207

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oder über die Meere verlegen wir gern das Glück, und ich bin fest überzeugt, daß ein großer Theil des lockenden Reizes, den Amerika auf arme Auswandernde übt dem Umstand zuzuschreiben ist, daß sie übers Weltmeer nur dahin gelangen können.

Wie immer wenn Cornelie sprach verfiel Leonor in Nachsinnen über ihre Gedanken, ihre Worte, und zuletzt Träumerei über den Klang ihrer Stimme. Dazu kam, daß sie die Gewohnheit hatte ihren Blick nicht wegzuwenden vom Antlitz der Person mit der sie sprach. Diese Gewohnheiten kann sehr leicht einen harten, forschenden, inquirirenden Ausduck geben, doch ihr schönes aber kurzsichtiges Auge legte nur seinen Blick wie einen milden Lichtstral über den Gegenstand, der ihm grade entgegen trat. Diese Milde, diese Gelassenheit und Gleichmäßigkeit wirkten übermächtig, wie höhere Gewalten, auf Leonor. Sie muß ungeheure magnetische Kraft haben, sprach der Arzt in ihm. Genug, immer fühlte er sich Cornelie gegenüber in sein innerlichstes Wesen hinein - und zum Kern dermaßen zusammengedrängt, daß ihm die gewöhnlichen Worte, die mit den Außendingen tändeln, den Dienst versagten. Das Urtheil, welches er in solchen Momenten unwillkürlich über sich selbst fällte: sie muß mich für stupid halten! war denn auch nicht sehr ermunternd um ihn wach

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 203. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/207&oldid=- (Version vom 31.7.2018)