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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/173

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Fall, daß sie von ihren Ohnmachten heimgesucht würde. Da er eine schöne Gestalt und eine gute Haltung hatte, so machte sich seine Begleitung recht sehr comme il faut - denn nie wäre es der Fürstin eingefallen ein kleines unansehnliches Männchen, und wäre es Hippokrates gewesen! dazu aufzufodern. Leonor glaubte schon sich einen Platz in der Gesellschaft errungen zu haben.

Am Kesselbrunnen gab es Morgens ein unerträgliches Gedränge, und der Hofmarschall und Cornelie wurden vom Brunnenarzt an ihn gewiesen, Aurora an den unbedeutenderen des Krähnchens. Cornelie war eine zu auffallende Erscheinung um nicht überall aus der Masse hervor zu stralen. Sie hatte ein zugleich reizendes und gedankenvolles Antlitz, ein tiefes warmes Auge und wenn sie sprach einen wunderbaren Reiz in der seinen Beweglichkeit der Augenbrauen und Stirn. Gang, Haltung und Gebärden waren voll frischer Natürlichkeit, die ihrer großen schlanken Gestalt ausnehmend gut standen. Die sogenannten kleinen guten Manieren, so zu grüßen, so den Shawl zu tragen, so sich zu verbeugen, so den Lorgnon zu gebrauchen, hatte sie nicht.

„Ich bin damit aus der Übung gekommen, sprach sie lächelnd zu Auroren, welche sie hatte und daher sehr genau ihr Taschentuch in die vom bon

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 169. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/173&oldid=- (Version vom 31.7.2018)