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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/154

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Herrlichste sollte das Geliebteste schmücken! .… O die Wonne zu den Füßen eines schönen Weibes solche Schätze hinzuwerfen! es liebt seiner zarten Natur nach die Verweichlichung, den Glanz üppige Bequemlichkeit. Es liebt den, der das bietet. Wer arm ist darf nicht lieben .… nicht hoffen auf eine glückliche Liebe. Ja, grade so hab ich vor anderthalb Jahren in Altdorf gedacht und empfunden, die Gräfin bewundert, den Grafen glücklich gepriesen. Seitdem sind Ereignisse eingetreten, welche die alte Welt aus ihren Angeln zu heben schienen: möge sie alt oder neu sein, Eines bleibt ewig sich gleich - der Arme ist elend, der Reiche ist glücklich.

„Nun, Gott sei Dank! rief Dorothee freudig ins Zimmer tretend, es ist Alles abgemacht, Leonor! Da ich gut zu schneidern und perfekt zu nähen verstehe, so giebt mir die Frau Gräfin jährlich 60 Thaler; für nichts was den Lebensunterhalt betrift brauch ich einen Pfennig auszugeben! - aber ich bleibe nicht bei ihr, was mir recht leid thut, sondern sie tritt mich einer Freundin ab, einer unglücklichen polnischen Dame, die nicht deutsch versteht und mit der ich französisch radebrechen soll. Das hätte ich wirklich nicht gedacht, daß das Bischen Französisch

welches ich von der guten Mutter gelernt habe,

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 150. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/154&oldid=- (Version vom 31.7.2018)