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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/096

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verschmähen - also wage ich heut nichts zu bitten als .… um Vergebung.“

Fast bestürzt neigte Cornelie in stummer Bejahung das Haupt gegen ihn; er verbeugte sich und sie gingen aus einander, Cornelie nach dem Schloß, Gotthard in den Hof, wo ihm sein Pferd vorgeführt ward.

Ich habe sie doch lieb! sprach er zu sich selbst, sah zu ihren Fenstern hinauf und ritt nach Landeck.

Abends um zehn Uhr desselben Tages erhielt er eine Botschaft von Madame Orzelska, die ihn auf der Stelle zu sich beschied. Er fand sie in großer Aufregung.

„Fürst, sagte sie, ich erwarte einen Ritterdienst, und daher weiß ich, daß ich ihn von Ihnen fodern darf. Begleiten Sie mich an die polnische Grenze, noch heut, noch in dieser Nacht. Weder ich noch meine Leute sind der deutschen Sprache mächtig; ich bin nie allein gereist. Ich will durchaus nicht Graf Sambachs Begleitung, die er mir gewiß anbieten würde, wenn er meine Absicht kennte. Ich will nach Warschau. Ich bekam heut früh einen Brief von meinem Cousin Heliodor; der Brief bestimmt mich. Die dreifarbige Fahne, die Fahne der Freiheit weht über dem französischen Consulat in Warschau; denken Sie Sich welchen Eindruck das

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 92. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/096&oldid=- (Version vom 31.7.2018)