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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/090

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Gefühl gekränkter Liebe wie in einen Schleier und nichts versuchen um sich zu retten oder zu rächen: das kam ihm stupid vor. Eine solche Apathie verdient wirklich keine Berücksichtigung! so beruhigte er sich selbst; das ist ja eine Seele wie eine Schildkröte, so stumpf! .… ich wundre mich daß ich, allein mit ihr, nicht umgekommen bin in ihrem Phlegma. - - Für Eustach war eine Frau ein Spielwerk mit dem man tändelnd sich die Zeit vertreibt, und das man gelassen bei Seite schiebt oder fallen und zerbrechen läßt, wenn es den Reiz der Neuheit und Frische verloren hat.

Es war in den ersten Oktobertagen, noch warm die Sonne, aber die Luft kühl, das Laub bunt gefärbt und spärlich an den Bäumen, die Fülle der Blumen verschwunden, der Vogelgesang verstummt, der Rasen ins Moosfarbene spielend. Cornelie ging mit Fürst Gotthard im Park von Altdorf spazieren; Eustach war in Landeck.

„Heute sind es grade drei Monat seit ich zum ersten Mal nach Altdorf gekommen bin,“ sagte er.

„Drei Monat sind eine unendliche Zeit, wenn man so zurückblickt auf das was man vor ihnen gewesen ist.“

„Ich befinde mich nicht mehr in dem schönen Alter, wo drei Monat mir sehr lang vorkommen

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 86. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/090&oldid=- (Version vom 31.7.2018)