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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/063

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gern wiedersehen; doch auf meine Ehre! Sie sollte zwanzig Mal an mir vorüber reiten, gehen, tanzen, ich wollte meine Augen nicht aufschlagen, wenn ich dafür die Wonne, die Seligkeit, das Entzücken haben könnte, unsre Rektorin ein einziges Mal im Galopp daher sprengen zu sehen. Lieber Junge, für dieses Schauspiel gebe ich alle gräflichen Amazonen des Erdbodens mit Jubel hin.“

Er lachte so unauslöschlich und schallend, daß Leonor von der Lachluft angesteckt wurde, aber dennoch in den Pausen sagte:

„Was ist darüber eigentlich zu lachen? Es stimmt ja nur mit meiner Behauptung überein, daß Alles Blendende und Anziehende in der Erscheinung, durch Beispiel, Erziehung, Gewohnheit und Übung ausschließliches Eigenthum dieser Leute geworden ist.“

„Vielleicht könnte ich die Rektorin auch noch einüben,“ sagte Ohlen jauchzend vor Lachen.

„Du bist unbegreiflich kindisch,“sagte Leonor ernsthaft, während Ohlen sich ganz abgemattet auf eine Bank setze, aber noch immer stoßweise lachte.

Eustach und Cornelia ritten nach Landeck um die Damen Orzelska zu besuchen - so nannte Eustach eine Gesellschaft von Polinnen, die aus einer Mutter, zwei Töchter, einer Nichte, einer Cousine und ein Paar Gesellschafterinnen bestand. Diese Schaar

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 59. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/063&oldid=- (Version vom 31.7.2018)