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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/015

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der natürlichen Kinder, kurz die ganze Realität wird nicht in Anschlag gebracht gegen die Illusionen der Eigenliebe und die Jonglerien des Sandindieaugen-Streuens.

Eustach hatte seine Kindheit in Stockholm, seine Knabenjahre in Regensburg zugebracht, wohin sein Vater als Gesandter beim Reichstage versetzt wurde, und wo er später auch blieb nachdem Napoleon Reich und Reichstag aufgelöst. Das glänzende, öde, nichtsthuerische, intrigante, vornehme Leben zu jener Zeit in Regensburg, das man sich noch jezt von einigen allmälig spärlich werdenden Zeitgenossen beschreiben lassen kann, ließ dem Geschmack und den Neigungen der Gräfin Sambach seinen Spielraum, und Eustach erwuchs zum Jüngling in dieser ungesunden Atmosphäre, die für ihn durch die Vergötterung der Mutter und die Verhätschelung des Vaters noch verderblicher wurde. Dann kamen die Jahre der Knechtschaft Deutschlands. Wol dem der sie gar nicht oder in der engen Kinderstube erlebt hat! Wol dem dessen Erinnerungen nicht in jenen Abgrund der Schmach eintauchen können! Mein Gott, ein Paar Schlachten zu verlieren - das ist doch nur ein Unglück, und einmal zu erschrecken vor dem eisernen Tritt des Verhängnisses, ist noch keine Entwürdigung; aber zu versinken in den Morast sittlicher

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/015&oldid=- (Version vom 31.7.2018)