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Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn).djvu/005

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Vielleicht war einer meiner Leser im Sommer 1826 im Seebad zu Doberan. Vielleicht erinnert er sich, daß jene Saison durch eine Menge hübscher junger Frauen ausgezeichnet war, und daß zu den allerhübschesten zwei neuvermälte Zwillingsschwestern gerechnet wurden, die Gräfin Sambach und Frau von Elsleben. Die Ehe mit einer Badereise zu beginnen wäre ein trübseliger Anfang, wenn nicht Doberan damals zu jenen Bädern gehört hätte, welche mehr der Unterhaltung, als der Gesundheit wegen, und zahlreicher von Lebenslustigen als von Kranken besucht werden. Was jezt daraus geworden, weiß ich nicht; ich habe es nicht wieder gesehen; aber seit achtzehn Jahren haben sich um alle Höhenpunkte damaliger Zeit so viele rivalisirende Höhen herausgebildet, und der Civilisationsprozeß, der wesentlich auf dem Streben nach neuen Dingen beruht, ist dermaßen im Umschwung gerathen, daß, was dazumal glänzend war, heutzutage nur noch gewöhnlich genannt wird - weshalb denn auch schwerlich Neuvermälte

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 1. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/005&oldid=- (Version vom 31.7.2018)