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Seite:Aachener Stadtrechnungen aus dem XIV. Jahrhundert.djvu/409

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Nachtrag.

Das folgende Fragment eines Ausgabeverzeichnisses war im Repertorium der Archivalien als dem 14. Jahrhundert angehörig bezeichnet und da kein Datum sich darin vorfindet, sollten hier nur einzelne, sprachlich merkwürdige Posten daraus angeführt werden. Die Abfassung in deutscher Sprache wies das Fragment in das letzte Viertel des 14. Jahrhunderts, denn von unsern datirten Rechnungen ist die von 1376 nur theilweise deutsch, alle früheren sind lateinisch mit wenigen deutschen Brocken; das Pergament aber, worauf das Verzeichniß geschrieben, deutete auf ein höheres Alter, indem unsere letzte Pergamentrolle ein Bruchstück von 1353 enthält, während alle späteren Rechnungen auf Papier geschrieben sind. Und wirklich geht aus einigen Angaben des Fragmentes hervor, daß es vor dem J. 1338 abgefaßt sein muß. Es enthält nämlich die Positionen: „Des greven bode van Guilche.“ 406, 23. „her Sanders der schriver, du he was gereden zů Nideggen an den greve van Guilche.“ „Deme greve van Gulge.“ 407, 5. 27. Ferner: „her Robiin des greven schriver van Gelre“. 410, 36. Nun wurde der Graf van Geldern, Reinald II., 1339 von Ludwig dem Baiern zum Herzoge[1], Graf Wilhelm VII. von Jülich von demselben Kaiser 1338 zum Marckgrafen und von Karl IV. 1356 in den Herzogenstand erhoben[2]. Noch andere Angaben des Verzeichnisses helfen uns das Jahr der Abfassung mit voller Gewißheit bestimmen. Es beginnt mit dem Tage nach St. Urbanus, d. i. am 26. Mai, und der folgende Tag wird als Donnerstag bezeichnet, also fiel St. Urban, der 25. Mai, auf den Dienstag; von Tag zu Tage weiter gehend, gibt der Schreiber den Donnerstag der nächstfolgenden Woche, d. i. den 3. Juni, als Frohnleichnamstag an. 405, 4. Danach mußte in jenem Jahre Ostern auf den 4. April fallen und das kommt im ganzen 14. Jahrhundert nur zwei Male vor, nämlich 1338[WS 1] und 1344[3]. Da nun, wie oben nachgewiesen, unser Verzeichniß nicht nach 1338 geschrieben sein kann, und wir ohnedieß von 1344 die vollständige, S. 166 ff. mitgetheilte, Stadtrechnung besitzen, so gehört das Fragment dem J. 1333


  1. cf. F. Nettesheim Gesch. der Stadt und des Amtes Geldern I, S. 57.
  2. cf. Teschenmacher, Annales Cliviae Juliae etc. S. 395.
  3. cf. Weidenbach Calendarium S. 90 u. 91.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. lies: 1333
Empfohlene Zitierweise:
Josef Laurent: Aachener Stadtrechnungen aus dem XIV. Jahrhundert. Aachen: P. Kaatzer's Verlag, 1866, Seite 403. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aachener_Stadtrechnungen_aus_dem_XIV._Jahrhundert.djvu/409&oldid=- (Version vom 31.7.2018)