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Schwarzwälderin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: J. J. Hoffmann
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Titel: Schwarzwälderin
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 676
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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[676] Schwarzwälderin. (Zu unserer Kunstbeilage.) Eines der lieblichsten Thäler des Schwarzwaldes ist das mit allen Naturreizen reich ausgestattete Schapbacherthal, dessen besuchtesten Teil das Dorf Schapbach und das weiter oben idyllisch gelegene Bad Rippoldsau bilden. Natur und Kunst haben sich vereinigt, um aus diesem Fleck Erde ein Paradies zu schaffen – einen Gottesgarten, wo ein urwüchsiger, kräftiger und arbeitssamer Menschenschlag eines glücklichen und zufriedenen Daseins sich erfreut.

Altdeutsche Sitte und Bräuche sind hier noch allgemein vorherrschend, auch wird noch vielfach die alte malerisch schöne Landestracht getragen. Rot sind fast durchweg die kurzen Röcke der schmucken Töchter des Schapbacherthales. Aber auch himmelblau und smaragdgrün zählt zu den Lieblingsfarben. Als Kopfschmuck tragen die Frauen an Sonn- und Feiertagen, sowie bei festlichen oder außerordentlichen Veranlassungen schwarze Hauben – sogenannte Kappen, wie sie der Maler des Frauenkopfes auf unserer Kunstbeilage dargestellt hat. Der Deckel dieser Kappen ist meist von teurem golddurchwirkten Stoff und der Vorderrand weist vielfach einen feinen schwarzen Spitzenbesatz (Halbschleier) auf. An Trauerkappen ist der Deckel schwarz. Ein kurzes oben offenes dunkles Mieder trägt unten an einem fingerdicken Gurt den Rock. Die bauschigen Hemdärmel schließen mit einem engen Spitzensaum. Ueber das seidene Busentuch legt sich ein breiter weißer Spitzenkragen. Schulter und Brust sind mit roten Schleifen und die Verschnürung durch hübsche Bänder verziert. An den Sonntagen, sowie im Winter kommt dazu ein schwarzer Spenzer und auf den hellfarbigen Rock eine blaue oder grüne, gestreifte Schürze (Fürtuch genannt) mit breitem Schurzbande, dazu blaue, rotgezwickelte Strümpfe und Laschenschuhe. Junge Mädchen tragen das „Tschäppl“, eine niedliche Krone von Perlen und Glaskrystallen, welche durch zwei rote Bänder und eine Nadel auf dem Kopfe befestigt ist. Die Enden der langen, frei über den Rücken herabhängenden Zöpfe sind mit gelben Schlüpfchen geziert, während die breiten roten Tschäpplbänder fast bis zum Boden herabreichen. J. J. Hoffmann.