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Schäferliedchen

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Textdaten
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Autor: Kurt Tucholsky
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Titel: Schäferliedchen
Untertitel:
aus: Fromme Gesänge, S. 56-57
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1919
Verlag: Felix Lehmann
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Erscheinungsort: Charlottenburg
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck in: Die Weltbühne, 20. Februar 1919, S. 214
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Schäferliedchen


Der Kaiser ist ein braver Mann,
doch leider nicht zu Haus,
und mancher gute Bürgersmann
zieht still sein Schnupftuch raus.

5
Und er beweint so tränennaß

den kaiserlichen Bann –
     und sonst noch was und sonst noch was,
     was ich nicht sagen kann.

Wie war sie schön, die große Zeit!

10
Man fühlte sich als Gott.

Man nutzte die Gelegenheit
ganz aus, bis zum Bankrott.
Der Orden reiches Übermaß
in manche Hände rann

15
     und sonst noch was und sonst noch was,

     was ich nicht sagen kann.

Sie standen tief im Flamenland
und tief im Russenreich.
Es herrschte dort die starke Hand;

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bei Panjes galt das gleich.

Sie nahmen mit den tiefen Haß
von Weib und Kind und Mann
     und sonst noch was und sonst noch was,
     was ich nicht sagen kann.

25
Und das ist alles nun dahin.

Was Wunder, daß es klagt:

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„Weh, daß ich ohne Kaiser bin!

Wie hat mir der behagt!“
Sie machen sich die Äuglein naß,

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die Herren um Stresemann,

     und sonst noch was und sonst noch was,
     was ich nicht sagen kann.