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Rubens in der Werkstatt Brouwers

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
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Autor: Bn.
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Titel: Rubens in der Werkstatt Brouwers
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 21, S. 344–345, 356
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[344]

Rubens in der Werkstatt Brouwers.
Nach einem Gemälde von A. Glisenti.

[356] Rubens in der Werkstatt Brouwers. (Zu dem Bilde S. 344 und 345.) Wenn uns nicht Adriaen Brouwers eigene Gemälde erzählten, welches lebenslustige Kneipgenie ihr Schöpfer war, so würden wir es aus dem ansprechenden Bild von Glisenti erfahren. Rubens, der königliche Künstler, der damals auf dem Gipfel seines Ruhmes stand und nebenbei als hochangesehener Gesandter zwischen den Regenten der Niederlande, Englands und Spaniens hin und herging, erachtete es nicht unter seiner Würde, den Fuß in die räucherige Schenke zu setzen, wo Brouwer seine Originale frisch vom Wirtstisch und der nachfolgenden Prügelei weg auf die Leinwand malte. Rubens achtete in dem unordentlichen Genie den großen Künstler und war ein ganz so liebevoller Betrachter und Bewunderer von Brouwers Bildern, wie ihn hier Glisenti darstellt, in der kostbaren Sammetkleidung auf dem fragwürdigen Tonnensessel vor der Staffele! sitzend. Die zechenden Bauern im Hintergrund ahnen nicht, welch hohe Persönlichkeit hier unter ihnen weilt, sie schreien unbekümmert weiter, während Rubens sich an ihrer bildlichen Darstellung ergötzt, und der sonst so tolle Brouwer ehrfurchtsvoll und mit zweifelnder Bescheidenheit die Lobsprüche des großen Mannes empfängt.

Ein paar von den besseren Elementen des Ateliers haben sich herbeigemacht und horchen, neben dem alten Reitknecht stehend, aufmerksam der interessanten Unterhaltung, die Musikanten im Hintergrund aber ziehen entschieden vor, mit der hübschen Kellnerin weiter zu schäkern und das große Weinfaß im Vordergrund bietet tröstliche Aussichten für alle.

Es ist ein echtes Stückchen altniederländischer Lebenslust, das hier der Künstler darbietet; wer jemals in den großen Galerien Brouwers Bauern- und Soldatenbilder mit Vergnügen betrachtet hat, der wird auch hieran seine Freude haben. Bn.