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Riesentukane beim Bananenschmaus

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Textdaten
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Titel: Riesentukane beim Bananenschmaus
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 3, S. 52
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[41] 

Riesentukane beim Bananenschmaus.
Nach einer Originalskizze von F. Specht gezeichnet von A. Specht.


[52] Riesentukane beim Bananenschmaus. (Zu dem Bilde S. 41.). In den Wäldern Südamerikas sind neben Papageien die Tukane die häufigsten Vögel. Sie sind auf den ersten Blick auffällig durch die Riesenschnäbel, mit welchen die Natur sie ausgerüstet hat. Die Eingeborenen stellen ihnen gern nach, sowohl wegen des Gefieders das zum Schmuck benutzt wird, als auch wegen des schmackhaften Fleisches.

Ueber die Frage, womit sich diese Vögel ernähren, herrschte lange Zeit unter den Naturforschern Meinungsverschiedenheit. Heute steht es fest, daß die Tukane vorwiegend Früchte fressen, aber auch tierische Nahrung durchaus nicht verschmähen und kleineren Tieren, namentlich Vögeln, gern nachstellen. Den großen, aber sehr leichten Schnabel verstehen die Vögel sehr geschickt zu handhaben. Seine Länge erleichtert ihnen das Früchtepflücken, aber sie sind auch imstande, ganz kleine Dinge, wie z. B. Hanfkörner, geschickt vom Boden aufzunehmen. Sobald der Tukan ein solches Körnchen mit der Spitze des Schnabels erfaßt hat, hebt er den Schnabel senkrecht empor und läßt es in den Rachen hinabfallen. In ähnlicher Weise trinkt er auch, gebärdet sich aber dabei so seltsam, daß amerikanische Mönche behauptet haben, der Vogel mache beim Trinken das Zeichen des Kreuzes über dem Wasser.

Auf unserem Bilde haben sich zwei Riesentukane über ein Bananenbündel hergemacht. Die Riesentukane bewohnen die höher gelegenen Regionen Süd- und Mittelamerikas und hausen mit Vorliebe in Gehölzen, die am Rande der Savanne gelegen sind. Ihre Länge beträgt etwas über einen halben Meter. Die vorwiegende Farbe des Gefieders ist schwarz, Kehle, Wangen, Vorderhals und Oberschwanzdeckfedern sind dagegen weiß, während der Bürzel hell blutrot glänzt. Der mächtige, am Rande gekerbte Schnabel ist orangerot, weist aber gegen den Rücken hin feuerroten Ton auf, der Rand vor dem Kopfgefieder, sowie die Spitze des Oberkiefers sind schwarz.

Die Tukane gleichen in ihrer Lebensweise und Charakteranlage unseren Raben und lassen sich wie diese leicht zähmen. Ein zahmer Tukan bereitet seinem Besitzer durch drollig kluges Benehmen und allerlei Neckereien manche Freude, schwingt sich aber auch oft zum Tyrannen des Hauses, das ihn beherbergt, auf. *