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RE:Tullius 25ff.

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Tullii Cicerones
Band VII A,1 (1939) S. 821
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25ff.) Tullii Cicerones. Der Beiname Cicero wird einem Volkstribunen C. Calvius vor dem Decemvirat beigelegt (300 = 454 Liv. III 31, 5; o. Bd. III S. 1413) und ist mindestens seit der Mitte des 2. Jhdts. v. Chr. in der arpinatischen Honoratiorenfamilie der Tullii als erblicher geführt worden. Die Römer hegten keinen Zweifel an der Ableitung des Cognomens (durch Anhängung anderer Endungen veralbert von Fufius [822] Calenus bei Dio XLVI 18, 1) von cicer, Kichererbse; der erste Träger habe es entweder von dem erfolgreichen Anbau dieser Hülsenfrucht empfangen, wie die (Cornelii) Lentuli das ihrige von dem der lentes, Linsen (Plin. n. h. XVIII 10), oder als Spottnamen von einer erbsenähnlichen Warze an der Nase (Plut. Cic. 1, 3f. Priscian. II 24 [GL II 58, 11]). Angeblich hat Cicero als Quaestor 679 =r 75 auf einem in griechischem Sprachgebiet dargebrachten Weihgeschenk sich zum Scherz die volkstümliche Namensdeutung zu eigen gemacht (Plut Cic. 1, 6); das ist nicht sonderlich wahrscheinlich, aber nicht aus dem von Drumann (GR² V 220, 5) angeführten Grunde, daß ,der Römer durch ein so unwürdiges Spiel seine Denkmäler nicht entehrte‘, denn Münzbilder zeigen wiederholt ähnliche redende Wappenbilder (s. z. B. Mommsen R. Forsch. I 44; o. Bd. VII S. 315 zu Furii Crassipedes und Purpureones; X S. 1370, 50ff. zu Iuventii Thalnae; oben zu Pinarius Scarpus), und besonders den Knotenstock (scipio) eine griechische Urkunde für Scipio Africanus (Suppl.-Bd. III S. 260, 48ff.). Als Vertreter neuerer Forschung sei Bücheler angeführt (zu cicaro meus Petron. 46, 3. 71, 11 in Friedländers Ausg. der Cena Trimalch.² 270): ,Ein volkstümlicher Ausdruck für einen Jungen, wie Μικυλλίων u. dgl. Ich zweifle nicht, daß Cicero dasselbe Wort ist, das mit Kichererbsen ebenso wenig zu tun hat, wie Lentulus mit Linsen; vielmehr gehört jenes als Cognomen mit Paullus, Pollio und den zahlreichen ähnlichen Namen für „Kleiner“ zusammen. Freilich die Etymologie ist nichts weniger als klar ...‘ S. auch Thes. l. l. Onom. II 430, 40ff. Cicero (leg. II 3) rühmt, daß er und sein Bruder auf dem Erbhof bei Arpinum orti stirpe antiquissima seien, hat aber keine über seinen Großvater Nr. 27 hinaufreichenden Erinnerungen. Sein Verehrer Silius Italicus beschenkte ihn mit einem bei Cannae und bei Nola 538f. = 216f. mitkämpfenden Ahnherrn (VIII 404—407. XII 175).