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RE:Metilius

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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römisches Geschlecht
Band XV,2 (1932) S. 1397
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Metilius ist der Name eines römischen Geschlechts. Dionys. III 29, 7 rechnet es zu den patrizischen, die aus Alba nach Rom übergesiedelt sein sollen, steht aber mit dieser Behauptung ganz allein und hat sie offenbar zu Ehren seines Gönners Metilius Rufus Nr. 18 aufgestellt (Mommsen R. Forsch. I 104. Marx Proleg. zum Auct. ad Herenn. 106; vgl. Münzer Römische Adelsparteien 133, 1). Das Geschlecht war wohl ein latinisches, das erst spät nach Rom übersiedelte. Denn eine sehr alte Weihinschrift für Apollo in Praeneste ist von Magistri mit Namen Metilius gesetzt (CIL I² 59), und der etwa in Sullanischer Zeit erbaute sog. Herculestempel in Cora ist nach der Bauinschrift von einem duumvir M. M[e]t(i)lius M. f. und seinem Kollegen errichtet worden (ebd. 1511; vgl. Delbrück Hellenist. Bauten in Latium II 23-36). Dasselbe Pränomen tragen die einzigen Metilier, die in Rom begegnen, drei Volkstribunen, von denen der jüngste (Nr. 9) politischer Gegner des Fabius Cunctator und Zeitgenosse des Fabius Pictor war und möglicherweise dem letzteren oder seinen Nachfolgern unter den Annalisten als Modell für die beiden älteren aus dem Ende des 5. Jhdts. v. Chr. gedient hat. Der Name M. hängt mit dem Beinamen Metellus wohl irgendwie zusammen (vgl. W. Schulze Zur Gesch. lat. Eigennamen 290) und begegnet auch bei den Etruskern, z. B. auf der berühmten Bronzestatue des sog. Arringatore in Florenz, die bei Perusia am Trasimenischen See gefunden ist und etwa dem Zeitalter der Punischen Kriege angehört (Aulesi Metelis’ Ve Vesial CIEtr. I 4196; vgl. Skutsch o. Bd. VI S. 797f. Amelung Antiken in Florenz 257f. Springer-Wolters Kunstgesch. I11 439). Ein C. Metilius als Herr eines Sklaven Diogenes auf einer Weihinschrift von 695 = 59, vielleicht aus der Transpadana (CIL I² 753).