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RE:Lesbonax 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Grammatiker
Band XII,2 (1925) S. 21032104
GND: 100973957
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2) Grammatiker, Verfasser einer erhaltenen Schrift περὶ σχημάτων (= über grammatische Figuren), die eine Zusammenstellung ungewöhnlicher Sprachgebräuche gibt. R. Müller 105 setzt ihn nach Herodian, doch gehört er, wie W. Schmid Wochenschr. f. klass. Ph. 1900, 404ff. zeigt, wahrscheinlich dem 1. Jhdt. n. Chr. an und sind die von Müller 89ff. beobachteten Ähnlichkeiten mit Herodian auf eine gemeinsame Quelle zurückzuführen. An eine Identifizierung mit dem offenbar der zweiten Sophistik angehörigen Rhetor L. (s. u. Nr. 3) kann wohl nicht gedacht werden. Die uns vorliegende Figurenlehre hat nämlich (nach Schmids Hinweisen) mit der attizistischen Rhetorik offenkundig nichts gemein, sie ist vielmehr wie die des Apollonios Dyskolos und der alexandrinischen Homererklärer aus der grammatischen Exegese hervorgegangen. Im übrigen sind in dem Schriftchen zwei Figurensysteme verwoben. Wir finden nämlich einerseits mit Dichterstellen belegte und mit Dichternamen bezeichnete Figuren (σχῆμα Πινδαρικόν, Ἰβύκειον, Ἀλκμανικόν), wie sie bereits den Alexandrinern bekannt waren, anderseits bei Prosaikern vorgefundene und mit deren ἐθνικά benannte σχήματα (Ἰωνικόν, Χαλκιδικόν, Ἀττικόν u. a.). Letztere sind wahrscheinlich der stoischen Grammatik entnommen, wie denn auf stoische Quelle auch der Umstand weist, daß alle Belegstellen aus Homer beigebracht werden (s. [2104] Müller 75ff. 89ff. Schmid a. a. O.). Das Büchlein ist auch heute für die Sprachforschung als Quelle zur Kenntnis der Umgangssprache nicht wertlos (s. Slotty Der Gebrauch des Konjunktivs und Optativs in den griech. Dialekten, Göttingen 1915). Seine Erhaltung verdanken wir dem Arethas von Caesarea (vgl. Müller 106. St. Kugeas Ὁ Καισαρείας Ἀρέθας 55). Uberliefert ist es uns nicht in seiner ursprünglichen Form, sondern in zwei, hinsichtlich der Ausführlichkeit und Genauigkeit in der Wiedergabe des Originals voneinander vielfach abweichenden Auszügen, A und B, wovon letzterer wieder eine Überbearbeitung erfahren hat: b. Näheres bei Müller 1ff. Erste Ausgabe von Valckenaer hinter seinem Ammonios, Lugd. Bat. 1739. Neue Ausgabe von Müller (s. o.). vgl. ferner Christ-Schmid-Stählin Geschichte d. gr. Lit. II⁶ 1, 439.