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RE:Igabrum

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Stadt in Hispania Baetica
Band IX,1 (1914) S. 965
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Igabrum, iberische Stadt in der Baetica, heute Cabra (ohne den iberischen Anlaut i-); auf Inschriften (CIL II p. 215) Igabrenses; Egabro Lex Visigoth. XII 2, 13 und auf westgotischen Münzen; von dem im diesseitigen Spanien gelegenen Licabrum verschieden; s. den Art. Licabrum.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S III (1918) S. 12011202
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S. 965 zum Art. Igabrum:

Die hispanische Stadt Igabrum (oder Igabra) in der römischen Provinz Baetica (Kiepert FOA XXVII Gf) ist für die Zeit der Römerherrschaft nur durch Inschriften bezeugt, und zwar als Municipium mit römischem (latinischem) Bürgerrecht, eine Vergünstigung, welche die Gemeinde dem Kaiser Vespasianus verdankte. Denn die Weihinschrift CIL II 1610 (mit Add. p. 703) = Dessau 1981 aus dem J. 75 n. Chr. lautet: Apollini Aug(usto) municip[es] Igabrenses beneficio Imp⟨eratoris⟩ Caesaris Aug(usti) Vespasiani c(ivitatem) R(omanam) c(onsecuti) cum suis per honorem Vespasiano VI co(n)s(ule) M. Aelius M. fil(ius) Niger aed(ilis) d(ecreto) d(ecurionum); vgl. 1631, auch Bemerkung zu 1635. Außerdem wird das Ethnikon Igabrensis, Igabrenses genannt in den Inschriften CIL II 1611 (s. u.). 1615 (Igabr…) und 1616 = Suppl. 5469 (..abrensis und Iga…). Durch 1611 ist eine Gemeindepriesterin der Isis für I. beglaubigt: Pietati Aug(ustae) Flaminia Pale Isiaea Igabrens(is), huic ordo m(unicipum) m(unicipii) Igabrensium ob merita statuam decr(evit) usw. (Bruchstück einer anderen Inschrift wohl derselben Frau Pale ist 1612). Von Würdenträgern der Gemeinde nennen 1610 einen Aedilis, 1610 und 1611 den Gemeinderat (ordo, decuriones). Auf eine öffentliche Wasserleitung bezieht sich CIL II 1612, nach welcher Inschrift diese Anlage zu verdanken war einem vornehmen Herrn, ehemals Stabsoffizier einer Legion, die bis in die Regierungszeit des Vespasian in Hispanien gelegen hatte, wohin jener vermutlich aus diesem Lande stammende Offizier später heimgekehrt scheint: Aquam Augustam M. Cornelius A. f. Nova[t]us Baebius Balbus, praefectus fabr(um), trib(unus) mil(itum) leg(ionis) VI Victricis Piae Felicis, flamen provinc(iae) Baeticae perducendam d(e) s(ua) p(ecunia) curavit. Die Grabschrift CIL II 1617 einer in I. verstorbenen Frau bezeichnet diese als Ipsc(ensis), sie war also gebürtig aus der benachbarten Stadt Ipsca (Kiepert FOA XXVII Gf). Eine andere, in der Gegend von I. gefundene Grabschrift, CIL II 1630, rührt her von der Grabstätte einer Familie von freigelassenen Fuficii, von welchen zwei Aug(ustales) col(oniae) Aug(ustae) Fir(mae), d. h. von Astigi waren, welche Stadt ebenfalls in der Nähe lag (o. Bd. II S. 1790. Kiepert FOA XXVII Ge). Aus der Fremde stammte wohl auch der in CIL II 1633 genannte Mann, der als römischer Bürger mit seiner Gemeinde der Tribus Galeria zugeteilt war, eine Zuteilung, [1202] welche auf Augustus zurückgeht (Kubitschek Imp. Rom. tributim discript. 167f.). Unter westgotischer Herrschaft (6/7. Jhdt. n. Chr.) lautet der Name der Stadt Egabrum, so in Leg. Visigoth. XII 2, 13 (Mon. Germ., Leg. Sect. I = Leg. nat. Germ. I 418): territoria … Egabro et Epagro, wo demnach auch die Stadt Ipagrum (Kiepert FOA Gef) die nämliche Aussprache und Schreibung erfahren hat, vgl. auch Mon. Germ., Chron. min. I 573 nr. 98; ebenso Ivaunum-Evaunum (o. Bd. IX S. 2624). Agabra ist die Stadt genannt in Hist. Ps.-Isidor. 8, Mon. Germ., Chron. min. II 382. Heute heißt sie Cabra, indem die iberische Vorsilbe I- (vgl. o. zum Art. Iesso) abgestoßen ist, wie im heutigen Namen Lérida = Ilerda (CIL II Suppl. Tab. II Fs) oder in Sturgi (Leg. Visigoth. a. a. O.) = Isturgi (Kiepert FOA XXVII Ff), ebenso in Liberri (westgot. Münzen, o. Bd. IX S. 1060) = Iliberri; vgl. auch Merida = Emerita (CIL II Suppl. Tab. I Mf) und Diez Gramm. d. roman. Spr. I³ 175 = ⁵144. Cabra (CIL II Suppl. Tab. I Pi) ist Fundort der teilweise oben herangezogenen Inschriften CIL II 1610. 1611. 1614. 1615. 1616 = 5469. 1617–1628. 5057 (Add. p. 703 und Suppl. p. 872). Andere Inschriften sind in der Umgegend gefunden, so in oder bei Lucena (südwestlich von Cabra): 1612. 1613. 1630–1633. Der iberische Name der Stadt I. beweist, daß diese vorrömischen Ursprungs war. Hübner CIL II (1869) p. 215–218 mit Add. p. 703 und Suppl. (1892) p. 872; vgl. Suppl. Index p. 1146 (zu CIL II 1619: Ephem. epigr. VIII p. 392). De Vit Onomast. III 5211. Hübner Mon. ling. Iber. (1893) 233 stellt mit I. zusammen die von Liv. XXXV 22, 5 zum J. 562 (d. St. Rom) = 192 v. Chr. Licabrum genannte Stadt: V. Flaminius oppidum Licabrum munitum opulentumque vineis expugnavit (vgl. o. Bd. VI S. 2502 Nr. 3), auch den nach seiner Ansicht verderbt überlieferten, durch die alphabetische Reihenfolge indessen gesicherten Namen Baebro bei Plin. n. h. III 10, o. Bd. II S. 2734 (doch vgl. CIL II p. 215 unten, Col. I). Über westgotische Münzen (Egabro) s. Campaner Indicador manual de la Numismatica Española (1891/92) 198.

Lex Visigoth. XII 2, 13 ist eine Verordnung des westgotischen Königs Sisebut aus seinem ersten Regierungsjahr 612 n. Chr. (b. Mon. Germ. a. a. O. 420, 1), welche folgende Städte im südlichen Spanien aufzählt (a. a. O. 418): Barbi (auch westgot. Münzen = Singili, vgl. CIL II 2015–2020), Aurgi, Sturgi (= Isturgi), Iliturgi, Viatia (= Vivatia), Tuia (= Tugia, Τουία), Tutugi (vgl. CIL II 3406), Egabro (= Igabrum) und Epagro (= Ipagrum).

[Keune. ]
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Band R (1980) S. 131
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Igabrum

Stadt in Hispania Baetica. S III.