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RE:Graia

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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I. geographischer Name, II. Beiname der Demeter
Band VII,2 (1912) S. 16951696
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Graia (Γραία, Γραῖα). I. Geographischer Name.

1. Hom. Il. II 498 genannt neben Thespeia und Mykalessos, später offenbar verschollen (Nonn. XIII 77. Stat. Theb. VII 332 lehnen sich an Homer an). Denn Thuc. II 23, 2 Γραϊκή ist Konjektur; Xen. hell. V 4, 50 γραὸς στῆθος bezeichnet jedenfalls nicht die Stadt und braucht mit G. gar nicht zusammenzuhängen; Polyaen. II 1, 12 schöpft aus Xenophon, und es sind daher aus der dort überlieferten Lesart Ῥέας keine weiteren Schlüsse zu ziehen, umso weniger, als sich Polyaen auch hier als flüchtiger Exzerptor zeigt, Melber Jahrb. f. Philol. Suppl. XIV (1885) 539. Man identifizierte das Homerische G. mit Tanagra, Strab. IX 404. Paus. IX 20, 1 (hier ein Versuch, den Namen zu erklären), Callim. bei Steph. Byz. s. Τάναγρα. Eustath. und Schol. Ven. zu Hom. Il. II 498. Aristoteles identifizierte dagegen G. mit Oropos, Steph. Byz. a. a. O. Eustath. a. a. O. Möglich ist ein Zusammenhang des Namens mit dem attischen Demos Γραῆς und mit dem Beinamen der Demeter (s. II.); vgl. Grai o. S. 1694.

2. Stadt im Gebiet von Eretria, der Einwohner hieß Γραῖος. Steph. Byz. s. v.

3. (?) Land, Hesych. s. v.

II. Beiname der Demeter, Hesych. s. v.; vgl. Gruppe Gr. Mythol. 71. 94, 2. 751, 2. 1186, 1.