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RE:Gazaka

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Stadt in Afghanistan
Band VII,1 (1910) S. 887
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Gazaka, Stadt der Parapanisadai. Ptolem. VI 18. Ammian. Marc. XXIII 6. 70. Der Name ist iranisch und kehrt in Westmedien wieder. Wahrscheinlich hat er sich in Ghazna erhalten, das auf dem Hochplateau des nordöstlichen Afghanistan liegt. Man steigt dorthin von Kabul aus am Logarfluß hinauf mit Passierung des antiken Locharna. Nach Ptolemaios beträgt die Entfernung zwischen Kabul und G. etwa 1100 Stadien, das stimmt vorzüglich mit der Länge des Wegs von Ghazni nach Kabul. Locharna liegt wie heute Logar in der Mitte zwischen beiden. Nur ist Ptolemaios in den schweren Fehler verfallen, G. und Locharna nördlich von Kabul anzusetzen. Das Klima ist auf der Hochfläche (2360 m) sehr rauh, bei einer geographischen Breite von 34°. Es muß Grenzstadt gegen Arachosien gewesen sein. Für G. in Medien lesen die Hss. richtiger auch Ganzaka; eine ähnliche Lesart dürfte eine neue kritische Durchsicht auch für das andere G. ergeben (Wilberg teilt vorläufig Ganzaka mit). Sie erklärt sich aus dem mittelpersischen Ganǧak = Schatzhaus. In den Eroberungskriegen der Araber gegen die Sassaniden wird der Ort als Ganza mit arabischer Transkription erwähnt. Gazna ist die neupersische Form. Vgl. Marquart Ērānšahr 37. 256. G. muß zu allen Zeiten nicht geringe Bedeutung gehabt haben, da die wichtigste, ja einzige Heer- und Handelsstraße aus Iran nach Turkestan und Indien von Herat aus über das Plateau von Kandahar und Ghazna läuft und der Abstieg von hier zu dem Alpental der Stadt Kabul keine Schwierigkeit bereitet. Alexander d. Gr. ist hier gezogen. Der arabische Geograph Ibn Ḥaukal nennt G. Grenzstadt gegen Hindostan und den reichsten Platz von ganz Chorasān. Die glänzendste Zeit erlebte G. im 11. Jhdt., als es die Residenz des gewaltigen Reiches Maḥmuds war, dessen Dynastie von der Stadt den Namen Ghazneviden führte. Damals war es der Mittelpunkt des gesamten geistigen Lebens Persiens, Firdausi und Beruvi lebten dort. Zu Sultan Bebers Zeiten (im 16. Jhdt.) ist es ganz heruntergekommen.